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Rheinische Post: Findige Banker

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Antje Höning:

Rein rechtlich ist den staatlich geretteten Banken nichts vorzuwerfen: Das Gesetz schreibt bislang nur vor, dass Vorstände einer solchen Bank nicht mehr als eine halbe Million Euro im Jahr verdienen dürfen. Wenn Abteilungsleiter weiter mit Millionen nach Hause gehen, ist das kein Problem. Rechtlich gesehen wenigstens, moralisch gesehen schon. Schließlich hat der Staat Milliarden Euro in marode Banken stecken müssen, die sich beim Fusions-Monopoly (Commerzbank) oder auf dem Immobilienmarkt (IKB, HRE) verzockt haben. Aus diesen Steuergeldern, die für die Sanierung von Schulen und Straßen fehlen, werden nun Millionen-Gehälter für die vermeintlichen Stars der kranken Banken mitbezahlt. Moral aber ist für viele Banker offenbar trotz Finanzkrise noch immer keine bedenkenswerte Kategorie. Das gilt auch für WestLB-Chef Dietrich Voigtländer. Es ist legal, dass er sein Gehalt erst dann deckeln ließ, als als der Staat seiner Bank tatsächlich geholfen hat. Aber es ist nicht legitim, wenn er durch dieses Timing mehr als ein halbe Million verdient. Elite sein heißt mehr, als die Schlupflöcher im Gesetz zu nutzen. Doch weil Eliten in den Banken offenbar eher selten arbeiten, tut die Bundesregierung gut daran, die Gesetze zu verschärfen.

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