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Rheinische Post: Kraft findet die richtigen Worte Kommentar Von Sven Gösmann

Düsseldorf (ots) - Eine quälend lange Woche dauerte es, bis nach der Katastrophe von Duisburg jemand die passenden Worte fand, den richtigen Ton traf. Hannelore Kraft gelang es mit ihrer bewegenden Rede, den Trauernden Trost zu spenden, den Ratlosen die Richtung zu weisen und bei den Zornigen das Vertrauen in den Rechtsstaat wiederzubeleben. Das ist sehr viel für eine wenige Minuten dauernde Ansprache bei einer Trauerfeier. Die Ministerpräsidentin verschanzte sich nicht hinter der kalten Technokraten-Sprache, die wir in den vergangenen Tagen zu oft von jenen hören mussten, die die Katastrophe zu erklären, aber vor allem sich selbst zu rechtfertigen versuchen. Kraft nahm glaubwürdig Anteil, wie sie es die ganze Woche über vorbildlich gemacht hatte. Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Ministerpräsidentin Angehörige aller deutschen Opfer anruft und lange mit ihnen spricht. Ein intellektuell Halbstarker wie CSU-Generalsekretär Dobrindt hat dafür kein Gespür, wenn er auch noch aus "Duisburg" sein parteipolitisches Süppchen kochen möchte. Kraft hat sich in ihrer Rede eine schwere Bürde auferlegt, in dem sie die Aufklärung der Katastrophe versprach. Sie übernimmt Verantwortung. Damit ist sie bislang leider die einzige im Duisburger Drama. Nun liegt es an Krafts Beharrlichkeit, dass es nicht so bleibt.

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