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Rheinische Post: NRW vor der Entscheidung

Düsseldorf (ots) - SPD-Chefin Hannelore Kraft wird morgen zusammen mit den Grünen erste Gespräche mit den Linken führen. Mit einer Partei also, die eine diffuse, teilweise verklärende Sicht auf das DDR-Unrechtsregime hat, das Menschen ihrer Freiheit beraubt und sie sogar in den Tod getrieben hat. Soll all das auf Krafts Weg zur Macht keine Rolle mehr spielen? Kaum auszudenken, wie die Reaktionen wären, wenn sich die Union mit bekennenden Sympathisanten der braunen Szene arrangieren wollte. Möglicherweise wird sich schon morgen herausstellen, ob Rot-Grün inhaltlich mit den Linken klarkommt. Im Sinne stabiler Verhältnisse wäre eine solche Dreierlösung aber nicht. Angesichts der (finanziellen) Probleme, die das Industrieland NRW zu bewältigen hat, wäre eine große Koalition nicht nur eine reale Option, sondern die angemessene Antwort auf den Wahlausgang vom 9. Mai. Es mag bitter sein für Kraft, dass ihr Traum, Regierungschefin zu werden, jetzt nicht in Erfüllung geht. Allerdings ist es auch bitter für Rüttgers, dass die insgesamt vernünftige Politik von Schwarz-Gelb keine Mehrheit gefunden hat und nun nach Kompromissen gesucht werden muss. Rüttgers und Kraft - beide könnten miteinander für eine solide Zukunft dieses Landes arbeiten. In der Krise war die große Koalition in Berlin ja auch nicht die schlechteste Lösung.

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