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Neue Westfälische: Neue Westfälische Bielefeld: Mord im Gefängnis von Remscheid Unvorstellbar PETER JANSEN, DÜSSELDORF

    Bielefeld (ots) - Zum zweiten Mal in der Amtszeit von NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) ist es in einer Haftanstalt des Landes zu einer grauenhaften Bluttat gekommen. 2006 wurde in Siegburg ein 17-jähriger Häftling von Mitgefangenen gefoltert und ermordet. Am Sonntag erstach ein zu lebenslanger Haft verurteilter Kindsmörder seine Freundin im Besucherzimmer des Gefängnisses in Remscheid. Die verantwortlichen Stellen im Strafvollzug bemühen die üblichen Erklärungsmuster. Der Mann sei seit Jahren unauffällig, die Beziehung zu der jetzt umgebrachten Frau sei stabil, eine solche Tat nicht vorhersehbar gewesen. Trotzdem ist es für den normalen Menschenverstand unvorstellbar, dass ein Straftäter, der zu lebenslanger Haft bei besonderer Schwere der Schuld verurteilt wurde, unbewacht und völlig unkontrolliert ein Rendezvous haben konnte, mit zwei Messern und einem Radmutterschlüssel bewaffnet, Werkzeuge, die nicht zur Ausstattung einer Gefängniszelle zählen. Die Ministerin muss sich fragen lassen, ob sie die Mängel im Strafvollzug in NRW nicht konsequent schönredet. Gewiss, sie kann sich nicht über die Abläufe in jedem Gefängnis im Detail kümmern. Aber die Fülle erschütternder Zwischenfälle weckt Zweifel daran, ob sie die Lage wirklich im Griff hat.

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