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Rheinische Post: Kommentar: Offene Spekulation

Düsseldorf (ots) - Die Bundeskanzlerin macht Tempo bei der Bekämpfung schädlicher Spekulationsgeschäfte, und das ist richtig so. Schon lange ist die Gruppe der mächtigsten Industriestaaten (G-20) in der Bringschuld. Mehr Transparenz auf den Finanzmärkten etwa durch Meldepflichten für Kreditausfallversicherungen haben die G-20 längst versprochen, doch in die Tat umgesetzt wurde bisher nichts. Die USA, wo Investmentbanken den Großteil der umstrittenen Geschäfte abwickeln, fürchten den Verlust gewinnbringender Umsätze. Also drängt Angela Merkel die EU in die Rolle der globalen Schrittmacherin. Mit den aktuellen Problemen Griechenlands haben die bösen Spekulanten jedoch wenig zu tun: Die griechische Malaise ist hausgemacht; das Land hat sich unter den Augen der Euro-Staaten ein Jahrzehnt lang hemmungslos verschulden dürfen. Dass nun der Euro abwertet, ist eine natürliche Marktreaktion. Für spekulative Übertreibungen in der Griechenland-Causa findet die Finanzaufsicht überdies keine Beweise, es gibt nur Gerüchte. Der Zeitpunkt des Merkel-Vorstoßes dürfte also wenige Wochen vor der NRW-Wahl auch wahlkämpferische Motive haben. Brüssel arbeitet nämlich schon längst brav an einem Konzept zur Spekulationsbekämpfung. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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