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Rheinische Post: Schwarz-Gelb - konträr vereint Kommentar Von Gregor Mayntz

    Düsseldorf (ots) - Schwarz-Gelb steht. Mit den Voten der Parteitage werden die letzten Hürden freudig genommen. Doch die Wunschkoalition löst keine Begeisterung aus. Denn Schwarz-Gelb ist kein emotionales "Projekt", sondern eine Vernunftgemeinschaft, in der die Beteiligten ahnen, dass der Boden der Gemeinsamkeiten brüchig ist. Das zeigt der dramatische Schlussstreit um die Steuerreform. FDP-Chef Westerwelle war entschlossen, die Koalition an der Frage eines Stufentarifs für die Einkommensteuer kurz vor dem Ziel doch noch scheitern zu lassen. Das sollte die Erwartungen an eine schwarz-gelbe Regierungsharmonie auf ein Minimum sinken lassen. Einen Vorgeschmack brachte das Wochenende der Einigkeit: Da interpretierten CDU, CSU und FDP die gefundenen verbalen Vereinbarungen gleich derart konträr, dass man sich auf beinharte Auseinandersetzung gefasst machen darf, wenn es in den nächsten Monaten und Jahren um die tatsächlichen Entscheidungen geht. Bislang stehen die Projekte, die die Steuern einfacher, niedriger und gerechter machen sollen, wie funkelnde gelbe Sterne am schwarzen Himmel. Kann sein, dass sie noch mehr Strahlkraft entwickeln. Kann aber auch sein, dass sie wie Sternschnuppen beim Eintauchen in irdische Realitäten verglühen.

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