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Rheinische Post: Politik-Shows

    Düsseldorf (ots) - von Reinhold Michels

    Wer nicht zu den Treuesten der Treuen bestimmter Parteien gehört, neigt wie alle ferner Stehenden dazu, die Nase zu rümpfen über amerikanisch anmutende Politik-Unterhaltungs-Shows mit rhetorischen Zirkuskuppel-Nummern, verbalen Feuerspeiern und politischen Säbeltänzen. Was CDU und CSU gestern in Düsseldorf vollführten, machen andere Parteien so ähnlich auch. Sie imponieren sich selbst, auf dass im Wahlkampf-Endspurt der Funke der Begeisterung überspringe auf noch unentschiedene Wähler, von denen es von Wahl zu Wahl immer mehr gibt. Ist die Show vorwerfbar? Nein, ist sie nicht. Wahlkampf darf/muss auch unterhaltend sein. Dass solche Motivations-Veranstaltungen mit den Spitzenkandidaten als Zentralfiguren stark autosuggestiven Charakter haben, macht sie nicht überflüssig. Selbstvergewisserung der Unionsparteien mit Merkel oder der SPD mit Steinmeier sind als Muskelspiele und politische Trainingseinheiten zu verstehen. Sie sind keine Hochämter der Demokratie. Ein solches Festamt fand heute vor 60 Jahren bei der ersten Bundestagssitzung in Bonn statt. Damals legte man die Fundamente für das stabile Haus Bundesrepublik, in dem es 2009 viele bunte Zimmer gibt.

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