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ARD-Sportschau: "Tennisspieler sind eine Zielgruppe der Mafia" - Ein Ex-Mafia Boss berichtet über den Einfluß des internationalen Verbrechens auf den weissen Sport

    Köln (ots) - Der ehemalige New Yorker Mafiaboss Michael Franzese behauptet in der ARD-Sendung Sportschau, dass Profitennisspieler von der Organisierten Kriminalität erpresst werden.

    Die russische Mafia sei "auf jeden Fall" beim Wettbetrug im Tennis involviert,  erklärt der 58jährige exklusiv in der ARD-Sportschau. "Tennisspieler sind eine Zielgruppe der Mafia", sagt Franzese, der im März 2007 vor zahlreichen Profispielern am Randes des ATP-Turniers in Miami zum Thema Wettmanipulationen im Tennis referierte.

    Im Anschluß an diese Veranstaltung hätten sich zahlreiche Sportler an ihn gewandt. "Ich bekam E-Mails von Spielern, in denen stand, dass sie von Spielern wüssten, die angesprochen wurden und das sie selbst auch angesprochen wurden, Matches absichtlich zu verlieren" erklärt der Ex-Mafia Boss. So seien Spielern Summen bis zu 20.000 Euro geboten worden, sollten sie ein Spiel absichtlich verlieren.

    Vor allem russische Tennisprofis seien gefährdet, sagt Franzese.

    Seit dem Match des russischen Spielers Nikolai Davydenko gegen den Argentinier Martin Vasallo Arguello am 02. August 2007 beim ATP-Turnier im polnischen Sopot wird öffentlich über Spielbetrug im Tennis diskutiert. Damals war es zu verdächtigen Wettbewegungen gekommen, der britische Wettanbieter betfair setzte das Spiel aus. In der Folge startete die Spielervereinigung ATP eine Untersuchung, die nach vierzehn Monaten mit einem Freispruch für die beiden Tennisspieler endete. "Die organisierte Kriminalität muß ihre Hände hier mit im Spiel gehabt haben" sagt Michael Franzese, zu dessen Geschäft auch das Manipulieren von Sportwetten gehörte.

    In der Sendung Sportschau, die am 06. Juni 2009 um 18 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird, bezeichnet der international renommierte Sportrechtsexperte Dr. Dirk-Rainer Martens, den Wettbetrug als massives Problem für den Sport. "Es ist noch schlimmer als das Doping, wenn ich auf mein eigenes Spiel wette und dann absichtlich verliere", erklärt der Münchener Rechtsanwalt, der auch als Richter beim internationalen Sportgerichtshof CAS arbeitet.

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