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Rheinische Post: Riegel vorschieben

    Düsseldorf (ots) - Von Detlev Hüwel

    Nach dem Amoklauf vom 11. März im baden-württembergischen Winnenden, bei dem unschuldige 15 Menschen getötet wurden, erscholl allenthalben der Ruf nach einer Verschärfung des Waffenrechts. Die Koalition in Berlin hat darauf schnell reagiert und sich jetzt auf Eckpunkte verständigt. Manches davon erscheint plausibel, wie die Einrichtung eines zentralen Waffenregisters, manches wirkt dagegen aktionistisch. Die verdachtsunabhängige Kontrolle der sachgemäßen Lagerung von Waffen in Privatwohnungen dürfte rechtlich kaum möglich sein. Auch muss bezweifelt werden, ob die Polizei dafür die personellen Ressourcen besäße. Überhaupt muss sich der Gesetzgeber hüten, Sportschützen unter Generalverdacht zu stellen, wie dies die Grünen tun, die Waffen im Haus gänzlich verbieten wollen. Wer Amoktaten eindämmen will (zu verhindern sind sie wohl leider niemals) muss woanders ansetzen. Zwar wird derjenige, der sich an elektronischen Gewaltspielen ergötzt, nicht zwangsläufig zu einem Amoktäter. Doch die Vermutung drängt sich auf, dass Dauerkonsum dieser Art die Hemmschwelle senkt. Deshalb muss flankierend zum neuen Waffenrecht solchen Spielen ein Riegel vorgeschoben werden.

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