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Rheinische Post: Sicherheit nicht um jeden Preis Von Alexander von Gersdorff

    Düsseldorf (ots) - Für die große Masse der vernünftigen Autofahrer sind Raser und Drängler auch dann ein Problem, wenn sie keine Auffahrunfälle verursachen. Die eilige Klientel auf der mittleren und linken Spur sorgt generell für Nervosität und Hektik. In langen, engen Baustellenbereichen heben die ungeduldigen Schnellfahrer zwangsweise das Tempo aller. Da kommt die Idee der Abschnittskontrolle aus Sicht der Obrigkeit wie gerufen. Die Österreicher in ihrem Pragmatismus praktizieren das Modell seit Jahren: Nicht an einem Punkt wird die Geschwindigkeit gemessen, sondern über eine längere Strecke. Vor einem Blitzer kurz auf die Bremse treten genügt dann nicht mehr. Bund, Länder und Verkehrspolizei wollen dieses System nun auch in Deutschland hoffähig machen. Die Folgen wären mehr Sicherheit und weniger Unfälle. Doch der Preis ist zu hoch. Er liegt nicht nur in kostspieligen Erfassungsapparaten, zu finanzieren vom Steuerzahler. Er besteht vor allem in einer totalen Mobilitätskontrolle. Warum sollte man sämtlicher Daten nicht doch länger speichern, beispielsweise um später Straftäter herauszufiltern? Kontrolle ist gut, Sicherheit ist wichtig. Doch Freiheit und Rechtsstaat leben davon, dass nicht jede Bewegung unbescholtener Bürger überwacht wird. Auch nicht abschnittsweise und vorübergehend.

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