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Rheinische Post: Abzocke bei Riester

    Düsseldorf (ots) - von Gerhard Voogt

    Die Riester-Rente hat dafür gesorgt, dass sich eine ganze Generation auf die Socken gemacht hat, fürs Alter zusätzlich privat vorzusorgen. Das ist vorbildlich. Doch die Erfolgsgeschichte muss um das Kapitel Kleingedrucktes ergänzt werden. Dass jeder Zehnte seinen Riester-Vertrag wieder kündigt, ist alarmierend. Zunächst ist das Arbeitsministerium in der Pflicht, genauer auszwerten, ob den Menschen einfach das Geld fehlt oder ob sie von ihrem Produkt enttäuscht sind. Bei der Riester-Rennte liegt offensichtlich ein Missverständnis vor. Das staatlich bezuschusste Versicherungsprodukt weckt bei vielen Bürgern die Illusion, dass es klare und faire Spielregeln gibt. Doch der Staat hat für die Riester-Produkte nur Mindestvorgaben gemacht. Den Rest regelt der Markt. Die Versicherungen dürfen und müssen an ihren Produkten verdienen. Wenn sie aber bis zu 20 Prozent der Beiträge als Kosten für einen Rentensparplan berechnen, ist dies Abzocke - und nicht Sinn der staatlichen Zuschüsse. Die Regierung sollte die hohe Zahl der Kündigungen nicht schönreden, sonder das Gesetz nachbessern: Obergrenzen für die Kosten eines Riester-Vertrags und mehr Transparenz für Sparer.

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