Alle Storys
Folgen
Keine Story von Rheinische Post mehr verpassen.

Rheinische Post

Rheinische Post: Kranker Gesundheitsfonds

Düsseldorf (ots)

von Michael Bröcker
Inzwischen dürfte jeder Versicherte in Deutschland verstanden 
haben, dass die Einführung des Gesundheitsfonds, das größte 
sozialpolitische Experiment der vergangenen Jahrzehnte, vor allem 
eines bedeutet: mehr Kosten.
Schon vor seinem Start steckt der Fonds in finanziellen Nöten. Die 
Mehrausgaben für Ärzte, Krankenhäuser und Arzneimittel summieren sich
nach Expertenschätzungen auf 15 Milliarden Euro. Im Abschwungjahr 
2009 sinken zusätzlich die Beitragseinnahmen. Der Staat wird vier 
Milliarden Euro beischießen. Doch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt 
ficht all das nicht an. Sie folgt unerbittlich ihrem Lieblingsprojekt
und der politischen Logik der Stimmenmaximierung.
Vor der Bundestagswahl soll der Beitragssatz auf jeden Fall unter der
magischen Grenze von 16 Prozent bleiben. Durch die Entlastung beim 
Arbeitslosenversicherungsbeitrag kann die große Koalition so 
vielleicht sogar die Sozialabgabenquote unter 40 Prozent halten. Ein 
Taschenspielertrick. Denn Schmidt weiß, dass die Beitragshöhe nicht 
ausreicht, um die Kosten zu decken. Die Folge: Die Kassen verlangen 
ihren Versicherten den Zusatzbeitrag ab. Eine kranke Entwicklung. So 
bleibt das Urteil des Sachverständigenrats von 2006 hochaktuell: "Der
Gesundheitsfonds ist eine Missgeburt."

Pressekontakt:

Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Rheinische Post
Weitere Storys: Rheinische Post