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Rheinische Post: Nackter RAF-Terror

    Düsseldorf (ots) - von Martin Bewerunge

    Mehr als 30 Jahre nach dem "Deutschen Herbst" halten einer Umfrage zufolge immerhin zehn Prozent die Taten der RAF für durchaus oder in Teilen vertretbar. Nur gut zwei Drittel lehnen die Anschläge, Entführungen und Ermordungen komplett ab. Drei Jahrzehnte sind eine lange Zeit. Viele haben den Terror von damals noch gut in Erinnerung. Andere wiederum haben ihn - wenn überhaupt - als Teil der Popkultur wahrgenommen. Schon deshalb ist Bernd Eichingers "Baader-Meinhof-Komplex" ein wichtiger Film. Jeder Versuch zählt, den Mythos zu demontieren, indem Terror gezeigt wird, wie er ist: nackt, gnadenlos, skrupellos. Ob es auch ein guter Film geworden ist, darüber darf gestritten werden, weil er sich des Faszinosums RAF bedient, von einer Ästhetik des Schreckens lebt, auf Action und das Star-Aufgebot setzt. Bei allem aufklärerischem Anspruch kann auch "Der Baader-Meinhof-Komplex" das Phänomen des linken Terrors in Deutschland nicht umfassend erklären. Sein Verdienst: die Wirklichkeit der Opfer erstmals einem Millionenpublikum vor Augen zu führen und die Frage noch einmal zu stellen: Wie konnte es passieren, dass Menschen aus gutbürgerlichem Hause zu solch mordenden Bestien wurden?

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