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Rheinische Post: Moskau glaubt an seine Allmacht Kommentar VON GODEHARD UHLEMANN

    Düsseldorf (ots) - Die russische Anerkennung der abtrünnigen georgischen Regionen Südossetien und Abchasien mag den Westen empören und Kanzlerin Angela Merkel zu entschiedenen Worten verleiten. Beeindrucken wird das Moskau nicht. Das ist auch das eigentlich Erstaunliche an der Kaukasus-Krise. Russland legt fast täglich nach, ohne sich um die Meinung bisheriger Partner zu scheren. Es führt den Westen am Nasenring durch die Manege. Das muss nicht nur den Westen elektrisieren. Der Rest der Welt wird Moskaus imperiales Auftreten mit Unmut registrieren. Auch in Peking wird man sich über die neue Machtpolitik Gedanken machen. Die Welt außerhalb Russland wird reagieren, nicht militärisch, eher politisch. Während des Kalten Krieges hatte die europäische Einigung als Schutzreflex gegen die Bedrohung aus dem Osten stetig an gestalterischer Kraft gewonnen. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus Moskauer Prägung ging viel von der Europa-Begeisterung verloren, weil der Traum eines nun konfliktfreien Europas bestimmend wurde. Der Traum ist zu Ende. Europa hat Probleme mit seinem Zusammenfinden, und es bekommt Probleme mit Russland, das an seine Allmacht glaubt. Die EU wird vor diesem Hintergrund stärker und noch schneller zusammenwachsen müssen.

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