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Rheinische Post: Bilanz zu fünf Jahren Irakkrieg

Düsseldorf (ots) - Runde Jahrestage rufen nach Bilanzen, aber im Falle Iraks ist es fast unmöglich, eine zu ziehen. Die Regierung Bush hatte keine Vorstellung, auf was sie sich einließ, als sie ins Wespennest stach. Auf der Habenseite steht einzig der Sturz Saddam Husseins, eines der skrupellosesten Potentaten der jüngeren Geschichte. Was die Amerikaner heute interessiert, ist, wie sie wieder herausfinden aus dem irakischen Treibsand. Bush wird das Kapitel nicht mehr beenden, so viel steht fest. Seine Nachfolger, ob sie nun Clinton, Obama oder McCain heißen, dürften rasch unter Zugzwang geraten. Schnelle Lösungen können auch sie nicht anbieten. Auch sie stehen vor einem Dilemma. Ein überhasteter Abzug würde alles in Frage stellen, was es in den letzten Monaten an Fortschritten gab. Doch ebenso groß ist die Gefahr, dass sich Amerika auf Dauer zur Geisel des irakischen Machtpokers macht. Mag Bush die Erfolge der Truppenaufstockung noch so rosig beschwören: Ihr Ziel war es, Schiiten, Sunniten und Kurden eine Atempause zu verschaffen, ein Fenster zum Kompromiss zu öffnen. Vom Ausgleich aber sind die Streithähne noch weit entfernt, weshalb alle Ansätze zur Normalisierung extrem brüchig sind. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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