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Weser-Kurier: Über die Verteidigungsunion schreibt Mirjam Moll in der Ausgabe vom 8. Juni 2017:

Bremen (ots) - Das jüngste EU-Projekt soll alles andere als eine zweite Nato werden - und schon gar keine europäische Armee. Doch der Verdacht liegt nahe, dass eine Doppelstruktur entstehen wird. Das zeigt sich bereits bei dem europäischen Hauptquartier, das gemeinsame Einsätze von Brüssel aus koordinieren soll. Natürlich macht das Sinn. Aber es wirft eben auch die Frage auf, inwiefern sich die angedachte Verteidigungsunion langfristig von der Militärallianz unterscheiden soll. Womöglich ist das gewollt. Dass sich Europa bei Verteidigungsfragen nicht mehr felsenfest auf die Vereinigten Staaten verlassen kann, hat US-Präsident Donald Trump bei seinem Besuch in Brüssel Ende Mai deutlich dargestellt.

Es mag jetzt noch verfrüht oder sogar völlig unnötig erscheinen, parallel Strukturen aufzubauen, über die die EU selbstständig in ihrer Verteidigung wird. Später aber könnte sich dies als Vorteil erweisen. Dass der europäische Rüstungsflickenteppich dringend einer Überarbeitung bedarf, leuchtet ein. Bevor Kritiker schimpfen, dass die EU wieder ein neues Loch gefunden hat, in das sie Steuergelder versenken kann, sollte man abwarten, in welche Richtung sich die Gemeinschaft entwickelt.

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