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Weser-Kurier: Über die Schlacht um Mossul Joerg Helge Wagner:

Bremen (ots) - Wie vorsichtig sich alle äußern: Iraks Präsident Al-Abadi will Mossul "noch in diesem Jahr" von Daesch befreit haben; der beteiligte US-General  Townsend rechnet mit wochenlangen Kämpfen. Dabei ist die militärische Überlegenheit der Alliierten erdrückend: Auf einen Terroristen kommen sieben bis acht ihrer Kämpfer - bei hundertprozentiger Lufthoheit. Aber es ist eben keine reguläre Schlacht, sondern ein Guerillakrieg in den Ruinen einer Millionenstadt - das kann numerische Überlegenheit ganz dramatisch relativieren. Die Terroristen haben zudem alles zu verlieren: Mossul ist nicht bloß Keimzelle ihres "Kalifats", die Erdöl-Metropole ist auch ihr wirtschaftliches Fundament.  Entsprechend verbissen und brutal werden sie Mossul verteidigen, auch mit den verbliebenen Zivilisten als menschlichen Schutzschilden. Die zu erwartenden Opfer werden den Vormarsch der Alliierten nicht populärer machen. Sicher: Sie müssen und werden irgendwann siegen - es geht einfach um viel zu viel. Dann aber stellt sich angesichts der ungleichen Verbündeten die Frage: Ist nach dem Sieg vor dem nächsten Krieg? Die diplomatische Aufgabe ist noch größer als die militärische.

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