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Weser-Kurier: Kommentar von Philipp Jaklin über den Verkauf der Bremer Landesbank

Bremen (ots) - Das Ende der Bremer Landesbank als Bremisches Institut ist besiegelt. Ist es ein Ende mit Schrecken? Dazu gibt es zwei verschiedene Lesarten. Der Komplettverkauf an die NordLB komme einem finanziellen Desaster für Bremen gleich, lautet die eine - und einem politischen für den Senat. Schließlich steckte das Land fast eine halbe Milliarde Euro in das Institut. Davon ist der größere Teil verloren. Schuld sind Bankvorstände mit ihrer Schönfärberei, so die berechtigte Kritik. Und auch eine Finanzsenatorin, die als Aufrichtsratschefin Risiken im Schiffsgeschäft nicht ernst genug genommen oder ausgeblendet hat. Die andere geht so: Bremen kann froh sein, den Ausstieg aus dieser maroden Bank gefunden zu haben. Hier müssen die Steuerzahler nicht mehr befürchten, für viele Milliarden fauler Schiffskredite zu haften. Und immerhin hat Bremen für sein "Abenteuer" Landesbank auch kassiert: Zinsen für die stille Einlage, Ausschüttungen für die Anteile, Steuern. Sicher. Trotzdem ist es mehr als schräg, Bremens Landesbank-Beteiligung als cleveres Geschäft darzustellen. Clever wäre es gewesen, den Anteil rechtzeitig zu verkaufen - nicht erst zu einem Zeitpunkt, da das Institut mit dem Rücken zur Wand steht. Nach dem Ende der Finanzkrise wäre ein solcher Zeitpunkt gewesen. Doch dazu hätte es wirtschaftliche Weitsicht gebraucht.

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