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Weser-Kurier: Über Wert von Statistiken schreibt Peter Hanuschke:

Bremen (ots) - Im Industrie-Ranking ist Bremen im Vergleich mit anderen Standorten in Deutschland 2014 um drei Plätze zurückgefallen. Das hatte die Handelskammer für Bremen und Bremerhaven kürzlich ermittelt - bezogen auf die Umsatzerlöse. Dafür wurden Zahlen des Statistischen Bundesamtes zugrunde gelegt. Ist diese schlechtere Platzierung nun ein Grund, um in Panik zu geraten? Nein, denn Bremens Industrie ist in den vergangenen Jahren weiter gewachsen. Zum anderen ist Bremen mit den Schlüsselindustrien etwa im Bereich Automobilbau, Luft- und Raumfahrt sowie Offshore sehr gut aufgestellt. Nun stellt die Kammer in ihrem Jahresbericht heraus, dass das bremische Bruttoinlandsprodukt um 2,1 Prozent im ersten Halbjahr gewachsen ist. Das Besondere daran: Im Vergleich zu den Vorjahren liegt dieser Wert sogar deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Ist diese überaus positive Entwicklung nun Anlass, die Hände in den Schoß zu legen? Nein: Sich einfach darauf zu verlassen, dass alles so weiterläuft, wäre fahrlässig - es muss schon an den richtigen Infrastruktur-Stellschrauben gedreht werden, damit Bremen ein interessanter Wirtschaftsstandort bleibt. Weder Panik noch Nichtstun sind angebracht. Vielmehr muss es um die goldene Mitte gehen - und zwar dauerhaft. Wirtschaft besteht aus dynamischen Prozessen, die dann am besten ablaufen, wenn langfristig für positive Rahmenbedingungen gesorgt wird. Diese Konstanz zu schaffen, darum muss es gehen. Handlungen aber allein aus Statistiken abzuleiten, wäre zu einfach gedacht.

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