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Weser-Kurier: Kommentar von Frank Miener zum Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven

Bremen (ots) - Letzte Chance. So muss man die Entscheidung der Leibniz-Gemeinschaft interpretieren, das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) weiter zu fördern. Denn fliegt das Nationalmuseum in Bremerhaven aus der Gemeinschaft, ist das möglicherweise das Ende der renommierten Einrichtung. Dass die Gemeinschaft also eine Gnadenfrist von fast drei Jahren ausgerufen hat, ist gut und richtig. Gerade in der wissenschaftlichen Landschaft sind Veränderungen nicht von heute auf morgen zu schaffen. Doch sie sind notwendig. Zu lange hat sich das Museum auf dem Ansehen ausgeruht, das es erworben hat, als es einsam am Deich stand und die Havenwelten nur eine Idee waren. Der letzte große Forschungscoup - die Nassholzkonservierung - aber ist schon 30 Jahre alt, und seither ist wenig publiziert worden. Zu wenig, sagt die Leibniz-Gemeinschaft - und das nicht zum ersten Mal. Bereits 2007 hat sie darauf hingewiesen. Zudem fehlen Drittmittel, das Schmieröl der Forschung. Mit Direktorin Sunhild Kleingärtner hat sich der Fokus mehr auf die Forschung gerichtet, Reformen laufen an. Neue Forscher sollen kommen. Das ist gut, reicht aber nicht aus. Auch die Ausstellung ist in jetziger Form nicht geeignet, das Museum aus der schweren See zu bekommen. Es gilt, Besucher zu locken. Das ist sicher eine Aufgabe des Havenwelten-Marketings, aber eben auch des DSM. Es muss die Einrichtung auftakeln, Ausstellung und Programm überarbeiten. Das Magazin muss zugänglicher werden, die Bibliothek - ein wenig bekannter Schatz des Museums - bekannter. Kurzum: Das Schiffahrtsmuseum muss raus aus dem Muff der 80er und 90er und zu einem Erlebnismuseum werden. Nur mit der Hansekogge als Pfund kommt es jedenfalls nicht weiter. Ansätze sind da, Geld für den Ausbau auch. Jetzt ist die Zeit, es in die Hand zu nehmen. Es sind nur drei Jahre. Und es sollen nicht die letzten sein.

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