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Weser-Kurier: Zur Werder-Krise schreibt Timo Sczuplinski:

Bremen (ots) - Unten angekommen war Werder ja schon vorher. Nach der Vorstellung in München ist man dennoch dazu geneigt, so etwas wie einen 19. Platz für die Grün-Weißen zu erfinden. Nach solch dramatisch schlechten Auftritten sähen viele Klubs den endgültigen Tiefpunkt erreicht. Sie setzten ihren Trainer vor die Tür. Werder macht dies nicht. Werder hält weiter an Trainer Robin Dutt fest. Das ist eine mutige, aber auch eine nachvollziehbare Entscheidung. Mutig deshalb, weil Werder sich so eine gute Gelegenheit verbaut, einem neuen Trainer ein machbares Startprogramm mit Spielen gegen Köln und im Pokal gegen Chemnitz zu bieten. Werder könnte auf einen positiven Effekt hoffen, der im besten Fall eine Trendwende herbeiführte, die dringend nötig ist. Dass man bei Werder aber lieber an einen Umschwung mit Dutt glaubt, ist trotz des schlechtesten Saisonstarts der Vereinsgeschichte verständlich. Ein Trainerwechsel kostete Geld, das Werder a) nicht übrig hat und b) lieber für neue Spieler statt für eine Abfindung ausgeben will. Außerdem steht die Mannschaft weiter hinter ihrem Coach. Sie folgt ihrem Trainer augenscheinlich oder versucht es zumindest immer wieder aufs Neue. Das Problem liegt auch nicht in der Qualität dieses Trainers, sondern in der Qualität des Teams. Und das ist ein Problem, das man nicht mal eben mit einem einzelnen personellen Wechsel beiseite schafft. Zumal aktuell niemand auf dem Trainermarkt in Sicht ist, der aus diesem Team bedeutend mehr herausholen könnte. Die entscheidende Frage lautet: Wie lange kann Dutt seine Spieler noch aufs Neue motivieren, ihnen Lösungswege vermitteln, sie an ihre Stärken erinnern? Wenn das nicht mehr gelingt, wäre die Situation endgültig festgefahren. Dieser Zeitpunkt ist noch nicht erreicht. Trotz des historischen Debakels von München.

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