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Weser-Kurier: Kommentar von Michael Lambek zum Fracking

Bremen (ots) - Vielleicht hat das geschärfte Bewusstsein für die Abhängigkeit der deutschen Energieversorgung vom russischen Erdgas für Tempo gesorgt. Der Druck auf eine baldige Regelung des Fracking-Problems ist spürbar gewachsen. Nun geht es aber nicht in erster Linie um Geschwindigkeit, sondern um eine Regelung, mit der die Menschen sich sicher fühlen können. Und es spricht nichts dagegen, diesem Sicherheitsbedürfnis sehr weit entgegenzukommen. Denn Deutschland ist nicht Amerika, wo gefrackt wird, was das Zeug hält. Schon die Besiedlungsdichte würde dies hierzulande nicht erlauben, die Schutzgebiete liegen dicht beieinander und die Vorbehalte gegen das Fracking sind enorm groß. Wenn den Kommunen - was nicht zu Unrecht gefordert wird - ein Mitspracherecht beim Genehmigungsverfahren eingeräumt wird, werden die Frackingflächen dadurch mit Sicherheit nicht größer. Und schließlich: Wer stellt seine Flächen dafür zur Verfügung? Anders als in Amerika gehören die deutschen Bodenschätze schließlich nicht dem Grundbesitzer, sondern dem Staat - insgesamt also keine wirklich guten Bedingungen für flächendeckendes hochprofitables Fracking. Der wirtschaftliche Schaden hoher Schutzstandards wird sich demnach in Grenzen halten.

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