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RNZ: Botschaft - Kommentar zu Putin/Krim

Heidelberg (ots) - So lammfromm kann eine militärische Drohung klingen. Natürlich wolle er keinen Krieg in der Ukraine, säuselt Wladimir Putin. Deshalb hat er sich ja für die Invasion, die er nicht will und die er nicht für notwendig hält - "bislang", wohlgemerkt - schon einen Freibrief vom Parlament abgeholt. Dass aus Putins Sicht der Umsturz in Kiew illegal war, kann dafür nicht als Rechtfertigung herhalten. Und auch die angebliche Lebensgefahr für russische Bürger auf der Krim ist derzeit wahrlich nicht zu erkennen. Zumal Russland seit Tagen im Eiltempo Pässe ausgibt, um jene Bürger zu schaffen, die es zu schützen vorgibt. Wer will da schon an die Unabhängigkeit der offenbar ziemlich gut organisierten Incognito-Soldaten glauben? Die Botschaft der russischen Muskelspiele inclusive Großmanöver und Truppenverstärkung ist ohnehin angekommen. Deshalb kann Putin nun zur Abwechslung dem Westen ein klein wenig Entgegenkommen signalisieren. Denn der hat dem geostrategischen Anspruch auf die Krim, den der Kreml bedingungslos demonstriert hat, wenig entgegenzusetzen. Die wirtschaftlichen Folgen einer Sanktionsspirale sind kaum abzusehen. Und militärisch kann erst recht niemandem an einer Konfrontation gelegen sein. Die Gefahr einer ungewollten Eskalation ist schon groß genug.

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