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Weser-Kurier: Kommentar von Daniel Killy zum Kriegsrecht in Thailand

Bremen (ots) - Wann immer in der jüngeren Geschichte Thailands korrupte Regime die öffentliche Ordnung bedrohten, griff die Armee ein. Die Offiziere waren in unsicheren Jahren ein halbwegs stabiles Regulativ. Auch wenn jedes militärische Eingreifen in parlamentarische Strukturen durchaus als Putsch gewertet werden kann, gibt es doch Unterschiede zwischen einer machtversessenen Soldateska, wie sie sich in Lateinamerika jahrzehntelang an die Macht schoss und einer mäßigend wirkenden Armee-Elite wie in Thailand oder auch früher in der Türkei. Dass oliv jetzt in die thailändische Farbenlehre von Rot (Parteigänger der abgesetzten Regierungschefin Shinawatra) und Gelb (Anhänger der urbanen Eliten) eingreift, mag man beklagen. Für das gesellschaftlich gespaltene Land, dass von populistischen Politikern beiderlei Couleur geplagt wurde, ist die Verhängung des Kriegsrechts nicht die schlechteste Option. Fast schon beschwörend sagte Armeechef Prayut Chan-O-Cha, es handele sich bei der Verhängung des Kriegsrechts nicht um einen Putsch. Wenn es den besonnenen Technokraten gelingen sollte, als Mediator zwischen den unversöhnlichen Lagern zu wirken, könnte sich die Lage bald wieder beruhigen. Und dass sie die Macht auch gern wieder abgeben, das haben Thailands Offiziere schon häufig bewiesen.

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