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Weser-Kurier: Über den Zustand der Bremer FDP schreibt der WESER-KURIER:

Bremen (ots)

Die Bremer APO hat beste Aussichten, bei einer Abstimmung über besonders gutbürgerliche Wesenszüge auf den vorderen Plätzen zu landen. Die Mitglieder dieser außerparlamentarischen Opposition predigen keine Gewalt, sie fahren hübsche Mittelklassefahrzeuge, gehen anständigen Berufen nach und benehmen sich konform, ja unauffällig - sie sind Mitglieder der FDP. Wie keine zweite Partei, die in Bremen nichts zu sagen hat, hadert sie allerdings genau mit diesem Schicksal. Und es ist gewiss nicht angenehm, wenn im politischen Apparat nirgendwo ein Türchen offen steht. Da fehlen nur noch blau-gelbe Aufkleber mit den Parteiinitialen - auffällig rot durchkreuzt - am Haus der Bürgerschaft: "Wie dürfen hier nicht rein." Es gibt für die Bremer außerparlamentarischen Freidemokraten nichts zu holen, der politische Einfluss erreicht bei Weitem nicht Bonsai-Format, und von Diäten, die nicht schlank machen, sondern regelmäßig die Haushaltskasse füllen, können FDP-Politiker nicht einmal träumen. Die Parteiarbeit ist so richtig etwas für Idealisten. Für so manche Bremerinnen und Bremer dürfte die FDP auch in der Hansestadt aber gefühlt nie ganz weg sein. Und so ist es auch jetzt. Die Partei versucht sich nach dem Wahldebakel im Mai 2012 zu berappeln. Ihre Aktivisten schreiben Presseerklärungen, die der Zahl nach alle Parlamentsmandate, die die FDP je hatte, bald übersteigen dürften. Und es mag für zusätzliche liberale Motivation sorgen, dass es in der Hansestadt mit der CDU doch tatsächlich eine Partei gibt, die noch mehr gebeutelt und mindestens so kaputt ist. Wacker: Dieser Begriff kommt in den Kopf, wenn man sich das Bemühen der Bremer Freidemokraten ansieht. Ohne nennenswerten Parteiapparat und mit vergleichsweise wenigen Leuten gelingt es der hansestädtischen FDP mehr auf sich aufmerksam zu machen, als sie es derzeit verdient hat. Dieses Verfahren hat sich mehr als einmal ausgezahlt. Ein Abgesang auf die Partei wäre verfrüht und fahrlässig. Es gibt schließlich auf der Welt nur zwei Organisationen, die sich mit Wiederauferstehungen sehr gut auskennen: die katholische Kirche und die FDP.

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