Forum Moderne Landwirtschaft

Die Kirche im Dorf lassen - Bischof Lehmann und Präses Kock auf dem ErlebnisBauernhof der Grünen Woche

    Berlin (ots) - "Ich bin gerne auf der diesjährigen Grünen Woche,
um den Bauern in dieser schwierigen Situation Mut zu machen." Mit
diesem Eintrag in das Gästebuch des ErlebnisBauernhofes dokumentierte
der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Karl
Lehmann, seine Verbundenheit mit der Landwirtschaft. Anlässlich der
Internationalen Grünen Woche 2001 in Berlin hatten der Ausschuss für
den Dienst auf dem Lande in der EKD (ADL) und die Katholische
Landvolkbewegung Deutschlands (KLB) zum Kirchentag "Vom Land leben"
eingeladen.
    
    "Gerade in der heutigen Zeit sollte man die Kirche im Dorf
lassen." Diese durchaus auch wörtlich zu nehmende Aussage vom
KLB-Vorsitzenden Heinrich Kruse stand am Anfang der Veranstaltung.
"Die Grenze zwischen Gleichgültigkeit und Hysterie ist heute sehr
schmal geworden. Landwirte wirtschaften in der Regel nachhaltig,
unabhängig davon, ob konventionell oder ökologisch. Denn sie denken
nicht kurzfristig, sondern in Generationen", so Kruse weiter. Für
Wolf von Nordheim, Vorsitzender der ADL, leistet der ländliche Raum
einen entscheidenden Beitrag für die Erhaltung von Umwelt und
intakter Familien. Daher gelte es, diesen zu stabilisieren, um unsere
Lebensgrundlagen zu sichern.
    
    Bischof Lehmann rief die jungen Landwirten auf, sich nicht von der
aktuellen Kritik an der Landwirtschaft entmutigen zu lassen. Eine
gute Ausbildung sei aber Voraussetzung für eine erfolgreiche
Berufsausübung. Präses Manfred Kock, Ratsvorsitzender der EKD,
beschrieb rasante Veränderungen im ländlichen Raum. Es lohne sich,
für "dörfliche" Strukturen mit funktionierenden Sozialgefüge zu
kämpfen. Der Zusammenbruch ganzer Produktionszweige und damit die
Aufgabe vieler landwirtschaftlicher Betriebe in der aktuellen
BSE-Krise sei keine Lösung.
    
    "Landwirte haben seit jeher eine enge Beziehung zur Schöpfung",
betonte Gerd Sonnleitner stellvertretend für die Landwirtschaft. Als
Nutzer der Naturgüter seien sie auf eine gesunde Umwelt angewiesen.
Die Verbraucher könnten durch ihr Kaufverhalten einen Beitrag zu
einer gesunden Umwelt leisten, indem sie Produkte der Region und
Saison kaufen. Dies ist auch für Prof. Heiko Steffens, Präsident der
Arbeitsgemeinschaft für Verbraucherfragen, ein Ansatzpunkt für eine
"Umkehr". Prof. Steffens:"Das Wissen um die natürlichen Abläufe ist
vielen Verbrauchern abhanden gekommen". Hier bestehe auch ein großer
Informations-Nachholbedarf für die Bevölkerung. Der ErlebnisBauernhof
sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung.
    
    Der ErlebnisBauernhof ist eine gemeinsame Aktion folgender
Organisationen:
    CMA - Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen
Agrarwirtschaft mbH,
    Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Fördergemeinschaft Nachhaltige
Landwirtschaft e.V. (FNL) und Information.Medien.Agrar e.V. (IMA).
    
    
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