Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) e. V.

Deutsche Hypothekenbanken - Finanzdienstleister für Europa

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    Bonn (ots) - "Kontinuierliche und hohe Wachstumsraten kennzeichneten das Europageschäft der deutschen Hypothekenbanken in den letzten Jahren" erklärte Dr. Karsten von Köller, Präsident des Verbandes deutscher Hypothekenbanken und Mitglied des Vorstandes der RHEINHYP Rheinische Hypothekenbank AG, Frankfurt, anlässlich einer Pressekonferenz des Verbandes in Brüssel. Der Bestand an Krediten insgesamt habe sich von 12 Mrd. Euro in 1997 auf rund 67 Mrd. Euro in 1999 innerhalb von nur zwei Jahren mehr als vervierfacht. Dies seien annähernd 8 % des gesamten Kreditbestandes der Hypothekenbanken. Dabei dominiere das Staatskreditgeschäft, d.h. das Geschäft mit EU-Staaten, ihren Regionalregierungen und Städten und Gemeinden. Auf diese seien Ende 1999 zwei Drittel des Kreditvolumens oder 42 Mrd. Euro entfallen. Bedeutendster Markt mit einem Kreditvolumen von über 10 Mrd. Euro seien italienische öffentliche Schuldner.          Aber auch auf allen wichtigen Immobilienmärkten der EU hätten die Hypothekenbanken gut Fuß gefasst. Bei einem gesamten Kreditbestand von gut 15 Mrd. Euro sei Großbritannien mit einem Volumen von 6,3 Mrd. Euro der bedeutendste Markt. Schwerpunkt der Immobilienfinanzierungen sei die Finanzierung gewerblicher Objekte, wie z.B. Bürogebäude und Verwaltungsgebäude oder Einzelhandelsflächen

         Keine europäische Harmonisierung des Hypothekarkredites          Während der Binnenmarkt für gewerblichen Investoren zunehmend Realität werde - so von Köller weiter - stünden ihm für Verbraucher noch große Hindernisse entgegen. Als Beispiel nannte er das typische Produkt der deutschen Hypothekenbanken, Immobilienkredite mit langfristiger Festzinsvereinbarung. Diese könnten in einer Reihe von EU-Ländern nicht angeboten werden, weil die nationalen Verbraucherschutzbestimmungen - anders als in Deutschland -  den Ausschluss einer jederzeitigen Rückzahlungsmöglichkeit nicht zuließen. Damit könnten die Verbraucher nicht von den Vorteilen der Produktvielfalt in Europa profitieren, weil sie keinen freien Zugang zu allen Produkten hätten. Deshalb spräche sich der Verband auch gegen eine europäische Harmonisierung des Hypothekarkredites aus. Diese würde die Produktvielfalt zunichte machen, den Wettbewerb einschränken und letztendlich für den Verbraucher nachteilig sein. Stattdessen solle - entsprechende Information des Verbrauchers und Produkttransparenz vorausgesetzt - auf den mündigen Verbraucher gesetzt werden.               Der Pfandbrief - Europas größtes Kapitalmarktsegment          Die im Wachstum des Europageschäfts zum Ausdruck kommende Wettbewerbsfähigkeit der Hypothekenbanken beruht nach Auffassung des Verbandspräsidenten vor allem auf der günstigen Refinanzierung durch Pfandbriefe. Mit einem Umlaufvolumen von rund 1,1 Bio. Euro bilde der Pfandbriefmarkt Europas größten Kapitalmarkt - größer noch als die Staatsanleihenmärkte Italiens, Deutschlands und Frankreichs.          Allein das Marktsegment der Jumbo-Pfandbriefe erreiche mit über 300 Mrd. Euro inzwischen eine Größenordnung, die es zu einem der größten Bondmärkte der Währungsunion mache. Jumbo-Pfandbriefe bildeten das liquide Segment des Pfandbriefmarktes. Die hohe Liquidität würden dabei durch hohe Emissionsgrößen - im Durchschnitt betrage das Volumen der ausstehenden Jumbos 1,1 Mrd. Euro - und durch das Market Making von mindestens drei an der Emission beteiligten Syndikatsbanken gewährleistet.          Pfandbriefe und pfandbriefähnliche Produkte seien - so von Köller - in Europa weit verbreitet. In den letzten Jahren hätten in der Europäischen Union in Luxemburg Ende 1997, in Frankreich Mitte 1999 und Anfang dieses Jahres in Finnland neue Hypothekenbankgesetze das Licht der Welt erblickt. In Belgien und Irland liefen entsprechende Vorarbeiten. Diese Entwicklung sei aus Sicht der deutschen Hypothekenbanken zu begrüßen, denn sie stärke die Tiefe und Liquidität des Marktes. Dadurch würden sich die Bedingungen für Investoren verbessern und die Attraktivität des Marktes würde insgesamt gesteigert. Dazu trage auch bei, dass die unterschiedlichen Produkte individuelle Risiko-/Renditeprofile aufwiesen. Letztendlich müsse der "Wettbewerb der Systeme" Aufschluss darüber bringen, welches Produkt vom Markt gewollt werde.     

    Hypothekarkredit und Pfandbriefe in EU-Solvabilitätsrichtlinie
nicht vergessen
    
    Als erstaunlich bewertete von Köller, dass im
EU-Konsultationspapier über die Eigenkapitalvorschriften für Banken
der Hypothekarkredit an keiner Stelle angesprochen werde. Immerhin
entfalle auf diese Kreditart 40 % des gesamten Kreditvolumens der
europäischen Kreditwirtschaft. Damit würde die Kreditwirtschaft in
einem wichtigen Geschäftsbereich über die Vorstellungen zur künftigen
aufsichtsrechtlichen Behandlung im Unklaren gelassen.
    
    Zur Zeit könne nach der im letzten Jahr in Kraft getretenen
EU-Solvabilitätsrichtlinie der gewerbliche Hypothekarkredit in Europa
unter bestimmten Voraussetzungen nur mit der Hälfte der für
gewöhnliche Risiken geltenden 8 % unterlegt werden. Dies spiegele die
hohe Sicherheit  der gewerblichen Finanzierungen wider. Erst kürzlich
hätten neue Untersuchungen gezeigt,  dass die Verlustquoten beim
gewerblichen Realkredit ebenso niedrig seien wie diejenigen im
Wohnungsbau und um ein Vielfaches niedriger als bei ungesicherten
Konsumentenkrediten. Deshalb setze sich der Verband für die
Beibehaltung der hälftigen Gewichtung ein.
    
    Zu den Forderungen an den Baseler Ausschuss und den
EU-Gesetzgebern gehört auch die Einbeziehung der hypothekarischen
Sicherheit in die sogenannten internen Ratingsysteme. Denn es sei
geplant, das Kreditrisiko und damit die Höhe der
Eigenkapitalunterlegung durch ein entsprechendes Rating zu bestimmen.
Da grundpfandrechtlich gesicherte Kredite aber nachweislich ein sehr
niedriges Verlustrisiko aufwiesen, müsste sich das in einer niedrigen
Eigenkapitalunterlegung niederschlagen.
    
    Von Köller warnte vor einer den Wettbewerb verzerrenden Behandlung
von Pfandbriefen und Asset Backed Securities. Zwar machten
EU-Vorschläge zur Gewichtung von ABS keine Aussagen zu Pfandbriefen,
sie seien aber erkennbar von dem von amerikanischer Philosophie
geprägtem Ansatz des Basler Ausschusses beeinflusst. Würden
Pfandbriefe statt wie bisher mit 10 % künftig wie ABS mit 20 %
gewichtet, trüge dies der hohen Sicherheit der auf gesetzlicher
Grundlage ausgegebenen  Pfandbriefe nicht Rechnung. Hier werde im
übrigen kein deutscher Sonderweg gefordert, sondern auch andere
europäische Länder sähen eine 10 %-Gewichtung ihrer Pfandbriefe vor.
    
    
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