Frau im Spiegel

Steffen Seibert: "Ich hatte eine große Sehnsucht nach Religion"

München (ots) - "Da war einfach eine große Sehnsucht nach Religion und nach einem Aufgehobensein im Glauben." So erklärt Steffen Seibert (49) FRAU IM SPIEGEL seinen Eintritt in die katholische Kirche. Er sei lange zuvor aus der evangelischen Kirche ausgetreten und aus dem Zustand des "Außerkirchlichen" wieder eingetreten. "Dann gibt es immer ein paar biographische Zufälle, wem man begegnet, wer einem besonders wichtig ist. Das waren bei mir eher katholische Menschen." So habe es ihn zum Katholizismus getrieben. Der gebürtige Münchner ist in seiner Familie der einzige Katholik und wirklich begierige Messgänger. Er geht sonntags "häufig, aber nicht jeden Sonntag" in die Messe. Oft treffe er die Entscheidung, "lieber unter der Woche in die Kirche zu gehen".

Die Eltern des ZDF-Moderators ließen sich scheiden, als er zwölf war. Dadurch veränderte sich sein Leben; es gab einen weiten Umzug nach Hannover. "Ich lebte plötzlich in einer neuen Familie, meine Mutter heiratete erneut, ich hatte einen Stiefvater, das war keine einfache Zeit für mich." Steffen Seibert meint, er selbst sei als Vater "nicht immer so konsequent, wie ich sein müsste, aber ich bin streng - etwa bei der Einschränkung von Fernsehen und Internet". Er sieht sich nicht als Freund und Kumpel seiner Kinder. "Ich bin ihr Vater. Ich finde, das brauchen sie auch, Freunde haben sie ja genügend." Derzeit arbeitet Seibert daran, mehr Zeit zu haben. "Ich bin manchmal, wenn ich nach einem langen Tag nach Hause komme und dann auf mich eingestürmt wird, ehrlich gesagt, extrem ungeduldig." Dann habe er nicht die Muße, sich "das alles anzuhören", verschiebe vieles auf später, was "für die Kinder natürlich doof" sei. "Aber ich bin nun mal nicht ,Superman'!"

Der Moderator hat sich mit seiner Frau Sophia (45), einer Malerin, und den Kindern - Tallulah (16), Moses (13) und Stanislaus (7) - sein Leben in Wiesbaden eingerichtet. Das dritte Kind, Stanislaus, war siebeneinhalb Wochen zu früh auf die Welt gekommen. "Wir hatten anfangs einen großen Schreck, weil diese dritte Geburt eine wirkliche Notgeburt war, bei der meine Frau und das Kind auch um ein Haar ums Leben gekommen wären", erzählt Seibert. "Aber nach diesem Schreck war alles okay. Er war klein, leicht und früh. Und vollkommen gesund."

Durch seine Frau hat Steffen Seibert "ungeheuer viel gelernt". Das sei "insgesamt das Verhältnis zwischen uns beiden, viel Freude am anderen, viel erfahren, viel lernen". Sie habe ihm auch die Augen für Malerei geöffnet. "Durch sie lernte ich erst sehen."

Über das Älterwerden denkt der 1,90-Meter-Mann, der nächstes Jahr 50 wird, nicht nach. "Ich finde die Zahl 50 nicht so richtig schön. Die 4 davor war schon besser. Aber was soll's, die Alternative ist, tot zu sein, und ich möchte gerne weiterleben." Sich selbst am Bildschirm ertragen kann Seibert "gar nicht gut". Daher schaut er sich nie auf Aufzeichnungen an, auch nicht zur Kontrolle. "Ich finde, ich habe eine komische Stimme, aber so ist es halt."

Steffen Seibert ist seit sechs Jahren das Gesicht der "heute"-Nachrichten im ZDF. Im Wechsel mit Marietta Slomka und Claus Kleber moderiert er auch das "heute journal".

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