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Der Tagesspiegel: Michael Buback: "Ich konnte es kaum glauben"

    Berlin (ots) - Michael Buback, der Sohn des 1977 ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, war bereits im Frühjahr 2007 aufgrund privater Nachforschungen darauf gestoßen, dass Verena Becker an dem Attentat in Karlsruhe beteiligt gewesen sein könnte. In seinem Ende 2008 erschienenen Buch "Der zweite Tod meines Vaters" warf er den Ermittlungsbehörden "haarsträubende Fehler und Mängel" vor. Im Interview mit dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe)   äußert sich der 64-jährige Chemie-Professor an der Universität Göttingen zu der Festnahme.

    Wie haben Sie auf die Nachricht von der Festnahme reagiert?

    Ich konnte es kaum glauben. Seit mehr als zwei Jahren weise ich darauf hin, dass Verena Becker mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Ermordung meines Vaters beteiligt war. Trotz der zahlreichen von mir dargelegten Indizien hat sich jedoch sehr lange kaum etwas in dieser Richtung bewegt. Jetzt bin ich sehr froh über die neue Entwicklung.

    Was erwarten Sie jetzt?

    Ich hoffe, dass es zu einer Anklage und zu einem Prozess kommt, in dem die Art der Mittäterschaft von Verena Becker geklärt und die Wahrheit über das Karlsruher Attentat bekannt wird.

    Sie sind von manchen für Ihr Beharren auf eine weitere Aufklärung des Attentats und Ihre Kritik an den bisherigen Ermittlungen angegriffen worden. Ist es für Sie nun eine Genugtuung, dass Sie mit Ihrer Hartnäckigkeit doch einiges bewegt haben?

    Ich denke, viele haben es sich einfach nicht vorstellen können, dass es Tatbeteiligte gibt, die für das schwere Verbrechen bislang weder angeklagt noch verurteilt worden sind. Meine Frau und ich wollten das zunächst auch nicht glauben. Als wir uns dann aber intensiv mit dem Geschehen befasst haben, konnten wir der bestürzenden Erkenntnis nicht mehr ausweichen.

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