Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

G8-Gipfel: Kinder- und Müttergesundheit in Entwicklungsländern gewinnt höheren Stellenwert
Finanzielle Zusagen sind Tropfen auf dem heißen Stein

Hannover (ots) - Die G8-Staaten räumen der Gesundheit von Müttern und Kindern in Entwicklungsländern ab sofort einen höheren Stellenwert ein: Zur Verbesserung ihrer Situation wurde im Rahmen des Gipfeltreffens in Kanada am Wochenende eine neue Initiative ins Leben gerufen. Positiv ist, dass dabei auch das Thema Familienplanung zur Vermeidung von Müttersterblichkeit eine große Rolle spielt. Jedoch bedarf es weitaus größerer Investitionen, um die Situation in Entwicklungsländern zu verbessern.

"Wir begrüßen es, dass die G8-Staaten die neue Initiative verabschiedet haben. Die aktuelle gesundheitliche Situation für Mütter und Kinder in Entwicklungsländern ist ein Skandal - mit der Initiative bekommt das Thema ein stärkeres Gewicht auf der internationalen Agenda", erklärt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Jedes Jahr sterben mehr als 350.000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt und mehr als acht Millionen Kinder weltweit erleben ihren fünften Geburtstag nicht.

Familienplanung bekommt mehr Bedeutung

"Besonders positiv ist, dass das Thema Familienplanung in die Initiative aufgenommen wurde und damit fester Bestandteil der Bemühungen geworden ist, die Kinder- und Müttersterblichkeit zu senken", so Renate Bähr weiter. Dass Maßnahmen zur Familienplanung Teil der Initiative sind, ist auch auf das Engagement der DSW gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen zurückzuführen, die in den Vorbereitungen des G8-Treffens stark darauf gedrängt haben. Familienplanung spielt eine zentrale Rolle dabei, das Leben von Müttern und Kindern zu retten. Weltweit haben 215 Millionen Frauen keinen Zugang zu modernen Verhütungsmethoden, obwohl sie die Größe ihrer Familien gerne planen oder die Abstände zwischen Geburten vergrößern würden. Frauen, die Zugang zu Verhütungsmitteln und Familienplanung haben, können die Abstände zwischen ihren Geburten strecken, was ihrer Gesundheit und der ihrer Kinder zugute kommt. Würden alle Frauen Zugang zu Familienplanung haben, ließe sich die Müttersterblichkeit um 30 Prozent senken.

Jedoch sind die finanziellen Zusagen, die auf dem G8-Gipfel beschlossen wurden, enttäuschend: In den kommenden fünf Jahren sollen fünf Milliarden US-Dollar zusätzlich ausgegeben werden, um die Gesundheit von Müttern und Kindern in Entwicklungsländern zu verbessern. "Die Gelder sind ein Tropfen auf dem heißen Stein. Nur wenn deutlich mehr in Familienplanung, Schwangerenbetreuung und Geburtshilfe investiert wird, lässt sich die Situation von Müttern und Kindern in Entwicklungsländern maßgeblich verbessern", betont die DSW-Geschäftsführerin. Würden die Investitionen in Familienplanung und Schwangerenfürsorge verdoppelt werden, würde die Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern um 70 Prozent und die Säuglingssterblichkeit um 50 Prozent sinken. Dazu wären Investitionen von 24,6 Milliarden US-Dollar pro Jahr erforderlich.

"Wichtig ist auch, dass die zusätzlich vereinbarten Gelder nicht zu Lasten anderer Themen der Entwicklungszusammenarbeit gehen", sagt Renate Bähr. Die DSW kritisiert außerdem, dass im Abschlussdokument die Verpflichtungen vom G8-Gipfel 2005 in Gleneagles keine Erwähnung und damit auch keine Beachtung finden. Damals wurde eine Aufstockung der Entwicklungshilfe um 50 Milliarden US-Dollar bis 2010 vereinbart.

Über die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungshilfeorganisation. Sie hilft jungen Menschen in Afrika und Asien, sich selbst aus ihrer Armut zu befreien.

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