Deutsche Umwelthilfe e.V.

Der Biber erobert den Südwesten Deutschlands
Deutsche Umwelthilfe: Seltene Bachbewohner brauchen renaturierte Ufer

    Radolfzell (ots) - Heimlich, still und leise geschieht derzeit in
Deutschland ein kleines Naturschutz-Wunder: "Der Biber kehrt mit
Riesenschritten nach Baden-Württemberg zurück". Darauf macht
Bundesgeschäftsführer Jörg Dürr-Pucher von der Deutschen Umwelthilfe
(DUH) aufmerksam. Er ist für  die Aktion "Lebendige Flüsse"
verantwortlich, mit der die DUH dem Biber und anderen Tierarten
hilft.
    
    Schauplatz Donau
    Im Sommer 1999 meldeten schwäbische Naturschützer, dass der Biber
bereits bis zur Stadt Mengen gekommen und damit schon über 70
Kilometer in württembergisches Land eingedrungen ist. Im Frühjahr
2000 kam die Meldung, dass er  in Tuttlingen ist, 60 Kilometer
westlich von Mengen.
    
    Schauplatz Bodensee
    In den letzten Wochen wurden auch im Ried des Flusses Hegauer Aach
bei Radolfzell am Bodensee Biber gesichtet. Sie kamen wahrscheinlich
vom Hochrhein her - bei Schaffhausen gibt es die sympathischen
Nagetiere seit Jahren, an Flüssen im schweizerischen Thurgau
ebenfalls.
    
    Schauplatz Franken
    Gottfried May-Stürmer, Regionalgeschäftsführer des Bund für Umwelt
und Naturschutz Deutschland (BUND) in Heilbronn, berichtete im April
2000, dass von der Altmühl her Biber über den Fluss Wörnitz in die
nordwürttembergische Region Franken eingewandert sind.
    
    Ende der 70er Jahre waren Biber in Bayern und am Rhein ausgesetzt
worden. Sie machten sich langsam aber sicher auf den Weg. Aus Bayern
wissen wir, dass Biber bis zu 50 Kilometer im Jahr entlang eines
Flusses vorwärts kommen können. Die Wasserqualität scheint den Tieren
dabei nicht so wichtig zu sein. Wichtiger ist die Frage, ob es an
einem Bach Weidengehölz gibt, denn Weidenrinde ist die
Lieblingsnahrung des Bibers.
    
    Die Deutsche Umwelthilfe trägt mit ihrem Projekt "Lebendige
Flüsse" dazu bei, den Biber bei uns willkommen zu heißen. Aus Mitteln
der DUH gestalten Naturschutzverbände  verbaute Flussufer so zurück,
dass sie für Biber, Eisvogel und andere Tiere wieder Lebensraum
bieten können. Außerdem beseitigen Hindernisse für wandernde
Wasserlebewesen oder bauen Umgehungsgerinne. Schwerpunkte des
DUH-Projekts "Lebendige Flüsse" sind Elbe und Neckar mit ihren
Nebenflüssen.
    
    Handelt es sich tatsächlich um eine Rückkehr des Bibers - oder um
eine Neuansiedlung ? Deutsche Ortsnamen geben darauf die Antwort: Bad
Bevensen in Niedersachsen, der Wiesbadener Stadtteil Biebrich oder
die Rheinland-Gemeinde Biebern deuten darauf hin, dass es einmal in
großen Teilen Deutschlands Biber gab. Allein in Baden-Württemberg
gibt es drei Orte, die Biberach heißen.
    
    
ots Originaltext: Deutsche Umwelthilfe e.V.
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Rückfragen bitte an:
Deutsche Umwelthilfe e.V.

Tel.: 07732 / 99 95 0
Fax:  07732 / 99 95 77
www.duh.de

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Deutsche Umwelthilfe e.V.

Das könnte Sie auch interessieren: