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Die AfD hat in der Elefantenrunde nichts zu suchen - Kommentar von kress.de-Chefredakteur Bülend Ürük

Hamburg (ots) - "Mit ihrer Forderung, dass der SWR auch die AfD zur "Elefantenrunde" ins Studio einladen muss, liegen erfahrene Journalisten wie Ulf Poschardt oder Nikolaus Brender falsch. Talkshows sind der falsche Ort, um sich mit den Thesen der AfD auseinanderzusetzen. Die AfD ist keine normale Partei", erklärt Bülend Ürük, Chefredakteur vom Branchendienst kress.de.

"Zur DNA dieser Partei gehört ihr Janus-Kopf: in Talkshows gibt sie sich bürgerlich-moderat und verschleiert gezielt ihre wahren Positionen. Ihr Funktionärsapparat und die Drahtzieher im Hintergrund sind von Leuten mit rechtsextremer Vergangenheit (aller Schattierungen) durchsetzt. Ihre wahren Positionen sind ein Cocktail aus Menschenverachtung, Rassismus und Hass. Sie sind moderne Rechtsextremisten in Nadelstreifen und Kostüm, die mit der Mehrdeutigkeit ihres völkischen Raunens, ihrer rassistischen Aussagen stets spielen", stellt Bülend Ürük fest.

Und Ürük fügt hinzu: "Talkshows sind die ideale Plattform für die AfD, die stets als Wolf im Schafspelz auftritt. Ihre Spitzenleute sind immer ein "Dementi auf zwei Beinen". Wenn - wie jüngst bei "Hart aber fair" - Herr Gauland mit belastbaren Vorwürfen konfrontiert wird, windet er sich heraus, verwässert und lenkt ab. Hier handelt es sich um ein Muster. Die Vorwürfe werden in solchen Sendungen nicht geklärt, aber sie binden Zeit, fokussieren das Gespräch auf die AfD, die wiederum alle Möglichkeiten hat, sich als brave, besorgte Bürger zu inszenieren."

In seinem Kommentar fordert Bülend Ürük einen "Parteien-Check AfD": "Um die AfD zu entziffern, brauchen Fernsehsendungen andere Formate, die einordnen, belegen, dokumentieren. Um der gespaltenen Rhetorik der AfD nicht auf den Leim zu gehen, sind Formate wie ein "Parteien-Check AfD" nötig. Solche Formate gibt es ja auch zu sonst zu allen möglichen Themen. Alle Untersuchungen zeigen: Die Wählerinnen und Wähler wissen fast nichts über die AfD und ihre wahren Absichten. Die Medien-Verantwortlichen müssen neue Formate erfinden, neue Ideen präsentieren, um das Doppelspiel der AfD zu entlarven."

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