Handicap International

Empörung über den Mord an Sarema Sadulajewa

München (ots) - Die schreckliche Nachricht vom Doppelmord an Sarema Sadulajewa und Alek Dschabrailow hat die Teams von Handicap International sehr erschüttert. Die Leiterin der tschetschenischen Nicht-Regierungs-Organisation "Save the Generation" und ihr Mann und Mitarbeiter waren am 11. August in Grosny in Tschetschenien erschossen aufgefunden worden. Das Paar war am Tag zuvor von einer Gruppe bewaffneter Männer, die sich als Polizeioffiziere ausgaben, aus dem Büro der Organisation verschleppt worden. Gestern fand nun die Beerdigung statt.

Seit 2002 hatte Handicap International mehrmals mit "Save the Generation" zusammengearbeitet und unterstützte die Bemühungen der Organisation zugunsten behinderter und verletzter Menschen. Bei den zwei aufeinanderfolgenden Kriegen in Tschetschenien wurden in zehn Jahren mindestens 3.800 Menschen verstümmelt - darunter fast 1.000 Kinder. Während der Zusammenarbeit hat Handicap International die bewundernswerte Arbeit Saremas für die tschetschenischen Kinder und für die zahlreichen Opfer von Landminen kennen und schätzen gelernt. Unsere Organisation würdigt entschieden Saremas rückhaltlosen Einsatz und ihre lebenswichtige Arbeit im sozialen und humanitären Bereich an der Spitze ihrer Organisation.

Obschon von offizieller Seite versichert wird, die Lage in Tschetschenien "normalisiere" sich, zeigt diese abscheuliche Tat, wie es wirklich um die Achtung der Menschenrechte bestellt ist. Dazu kommen andere ähnliche Verbrechen gegen Journalisten und Mitglieder lokaler Organisationen. Viele von ihnen wurden bis heute nicht aufgeklärt, wie z.B. jenes gegen Natalia Estemirowa am vergangenen 15. Juli. Diese Morde rufen Angst und Unsicherheit hervor. Besonders die fehlende Strafverfolgung macht es den lokalen Organisationen sehr schwer, ihre Arbeit fortzuführen. Da der Krieg in Tschetschenien offiziell zu Ende ist, ziehen sich die internationalen Akteure langsam zurück. Doch die Wunden sind noch lange nicht geheilt, und die lokalen Organisationen spielen eine entscheidende Rolle in dieser Republik, denn sie zählt zu den ärmsten Russlands.

Handicap International schliesst sich den zahlreichen Stimmen an, die eine restlose Aufklärung des Todes von Sarema Sadulajewa und Alek Dschabrailow fordern. Dieses Verbrechen darf nicht ungesühnt bleiben.

Pressekontakt:

Dr. Eva Maria Fischer 089-54 76 06-0, www.handicap-international.de

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