EnBW Energie Baden Württemberg AG

f-cell in Stuttgart: EnBW stellt ihre Brennstoffzellen-Strategie vor

    Stuttgart (ots) -

    Karlsruher Energieunternehmen unterstützt erstes Forum für Produzenten und Anwender der Brennstoffzellen-Technologie in Baden-Württemberg

    Für die EnBW Energie Baden-Württemberg AG sind Innovationen der
Schlüssel für eine zukunftsorientierte Unternehmensentwicklung. Im
Bereich Technik setzt das drittgrößte deutsche Energieunternehmen
daher verstärkt auf die Forschung und Entwicklung marktnaher und
anwendungsorientierter Produkte und Verfahren. Im Zentrum der
Forschungsaktivitäten steht dabei die Brennstoffzellen-Technologie.
"Die Brennstoffzellen-Technik bietet faszinierende Perspektiven für
eine umweltbewusste und effiziente Energieversorgung. Sie kann den
Energiemarkt der Zukunft revolutionieren", sagte Dr. Wolfram Münch,
der Leiter des Bereichs Forschung, Entwicklung und Demonstration
(F&D) der EnBW AG am Donnerstag, 11. Oktober 2001 in Stuttgart
anlässlich einer Pressekonferenz zur Vorstellung des f-cell Forums
für Produzenten und Anwender am 15./16. Oktober 2001 im Haus der
Wirtschaft in Stuttgart. Das f-cell Forum ist ein Symposium mit
begleitender Messe zum Thema Brennstoffzelle, das praxisorientiert
und anwendungsnah die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der neuen
Technologie vorstellt.
    
    Dr. Münch verwies auf die Unterstützung des f-cell Forums durch
die EnBW. Von der Veranstaltung erhoffe man sich wichtige Impulse für
die Fortentwicklung der Brennstoffzelle. Er erklärte, dass das
Energieunternehmen auch Gründungsmitglied des Kompetenz- und
Innovationszentrums Brennstoffzelle Baden-Württemberg sei, das die
vielfältigen Aktivitäten des Landes in der
Brennstoffzellen-Technologie bündeln soll. "Nur wer sich frühzeitig
mit der Brennstoffzellen-Technologie beschäftigt, kann sie für sich
und seine Kunden nutzen", betonte Dr. Münch. Die EnBW habe daher
verschiedene Pilotprojekte initiiert, die Aufschluss über die
Zuverlässigkeit und Rentabilität der Energieversorgung durch die
Brennstoffzelle geben sollen. Rund 20 Millionen Mark investiere das
Unternehmen in diese Zukunftstechnologie.
    
    Die von der EnBW gemeinsam mit der NWS getragene Stiftung
Energieforschung Baden-Württemberg beteiligt sich an einem
Brennstoffzellen-Bus-Projekt, das europaweit ausgetragen wird. Im
Teilprojekt Stuttgart besteht eine Besonderheit in der Erprobung
einer zentralen Steam-Reformer-Anlage, in der der für den Betrieb der
Brennstoffzellen-Busse erforderliche Wasserstoff aus Erdgas gewonnen
wird. Von diesem Projekt erhofft sich das Unternehmen Erkenntnisse
über eine "Wasserstoffwelt".
        
    Die Pilotprojekte der EnBW konzentrieren sich vor allem auf die
stationäre Anwendung, bei der alle Leistungsbereiche von der
Hausenergieversorgung über industrielle und kommunale
Kraft-Wärme-Kopplung bis hin zum Großkraftwerk vertreten sind.  So
entsteht beispielsweise auf dem Gelände des Marbacher EnBW Kraftwerks
derzeit eine 1 Megawatt leistende SOFC-Brennstoffzellenanlage
(Solid-Oxide-Fuel-Cell oder Festkeramik-Brennstoffzelle), im Rahmen
eines amerikanisch-europäischen Demonstrationsprojekts. Die Anlage
ist groß genug, um beispielsweise eine Gemeinde von 2000 Einwohnern
mit Strom versorgen zu können. SOFC-Anlagen ermöglichen - neben der
direkten Stromerzeugung - auch die Nutzung der auf hohem Niveau (ca.
1000 Grad Celsius) zur Verfügung stehenden Abwärme. Die geplante 1
MW-Anlage wird voraussichtlich ab 2003 Energie für die im künftigen
Energie- und Technologiepark Marbach angesiedelten Unternehmen
liefern. Sie ist das weltweit erste und größte
Brennstoffzellen-Projekt dieser Leistungsklasse.
    
    Bei den mittelgroßen Brennstoffzellen erprobt die EnBW Projekte
zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) im kommunalen Bereich sowie in der
Industrie. Zusammen mit ALSTOM Energietechnik errichtet das
Unternehmen bis Ende des Jahres eine PEM-Brennstoffzellenanlage (PEM=
Polymer-Elektrolyt-Membran) in einem Thermalbad in Mingolsheim. Die
Anlage leistet 250 kW elektrisch, die in das Stromnetz der EnBW
eingespeist werden. Ihre Wärmeleistung in gleicher Höhe wird dem
Heizsystem des Thermalbades zugeführt. Das Projekt wird vom
Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Im Mittelpunkt der
Untersuchungen steht die Netzregelung.  
    
    Für die industrielle Anwendung der Brennstoffzelle im Bereich
Kraft-Wärme-Kopplung steht beispielhaft ein
MCFC-Brennstoffzellen-Kraftwerk (MCFC= Molten Carbonate Fuel Cell,
Schmelzkarbonat-Brennstoffzelle) das von der MTU Friedrichshafen in
zehnjähriger Arbeit zur Serienreife entwickelt wurde und eine
elektrische Leistung von 250 Kilowatt und eine Wärmeleistung von 180
Kilowatt erzeugt. Das Kraftwerk wird künftig rund um die Uhr
beachtliche Mengen von Strom und Wärme für die Reifenproduktion von
Michelin in Karlsruhe liefern. Bereits Mitte 2002 soll die neuartige
Kraft-Wärme-Erzeugungsanlage in Betrieb gehen.
    
    Für die Hausenergieversorgung wird die EnBW zunächst 55
Minikraftwerke mit drei Kilowatt Wärmeleistung und einer elektrischen
Leistung von einem Kilowatt erproben. Die von dem Schweizer
Unternehmen Sulzer Hexis AG entwickelten Anlagen sollen in den
nächsten drei Jahren bei interessierten Kunden eingerichtet werden.
Eines dieser Minikraftwerke soll bereits in diesem Jahr in Betrieb
gehen. Die Brennstoffzellen-Systeme dieser weltweit ersten
Serienanlage zur Hausenergieversorgung werden von Installateuren
eingerichtet und gewartet. Die EnBW hat die Option, die Zahl der
gelieferten Systeme von 55 auf bis mehr als 200 erhöhen zu können.
Die von Sulzer Hexis entwickelten SOFC-Brennstoffzellen nutzen Erdgas
als Brennstoff. Durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme
haben die kleinen Kraftwerke eine höhere Energieausbeute als
getrennte Systeme der Strom- und Wärmeerzeugung.
    
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