Familienbetriebe Land und Forst

Salm: Man darf die Kuh nicht schlachten, die man melken will - Hohe Erbschaftsteuer bedroht Familienbetriebe in Land und Forst

Berlin (ots) - "Man darf die Kuh nicht schlachten, die man melken will." Wir hoffen,dass das Bundesverfassungsgericht morgen die bisherigen Verschonungsregeln für Betriebserben in Land und Forst bestätigt, denn sonst würde die Wirtschaftskraft im ländlichen Raum erheblich geschwächt, sagte Michael Prinz zu Salm-Salm, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Grundbesitzerverbände e.V. (ARGE) am Dienstag in Berlin. Er appellierte an die Politiker der Großen Koalition nach Urteilsverkündung mit den betroffenen Familienunternehmen das Gespräch zu suchen.

Wie eine Umfrage der ARGE bei ihren Mitgliedern jetzt ergab, müssten zahlreiche Land- und Forstwirte 20-30 Prozent ihrer Flächen verkaufen, um die Erbschaftsteuer zahlen zu können. Bei manchen drohe sogar die Betriebsauflösung. Besonders kritisch sei es in den neuen Bundesländern, wo die Betriebe oft fremdfinanziert sind. Im Forst würde dreimal vererbt, bis das erste Mal geerntet wird. Da sei eine Erbschaftsteuer bei jeder Betriebsübergabe gar nicht zu stemmen. "Denn das Vermögen des Betriebes liegt nicht als Bargeld auf der Bank, sondern steckt im Familienunternehmen", so Prinz Salm. Rund 90 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland sind Familienunternehmen. Die träfe eine Verschärfung des Erbschaftsteuergesetzes besonders hart, denn sie sind branchenbedingt standorttreu und wirtschaften generationenübergreifend.

Laut Umfrage würden bei hohen Erbschaftsteuern Mitarbeiter entlassen und nötige Investitionen in Landmaschinen und Technik zurückgestellt werden müssen. Im Forst führe das zur Erhöhung des Holzeinschlages, damit der Betrag finanziert werden könne. Außerdem würde die Sanierung und Restaurierung von historischen und denkmalgeschützten Gebäuden drastisch reduziert. Rund 80 Prozent der etwa 1,3 Millionen Denkmäler in Deutschland gehören privaten Eigentümern. Prinz Salm: "Wenn das private Engagement wegfällt, hätte das dramatische Auswirkungen nicht nur auf die Wirtschaftskraft im ländlichen Raum, sondern auch auf die historische Vielfalt unserer Kulturlandschaft."

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