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nph-Solarprojekt in Haiti erhält den Buscher-Media-Zukunftspreis

Auf dem Zukunftsmarkt Mittelbaden überreichten MdL Tobias Wald (l.) und Marduk Buscher (r.) den Buscher-Media-Zukunftspreis an Jochen Krug (nph deutschland). Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/pm/104443 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/nph ...

Karlsruhe (ots) - Am 26. April 2015 fand in Bühl der Zukunftsmarkt Mittelbaden statt. Die vom Grünen Forum Baden gegründete Veranstaltung ist im badischen Raum inzwischen zu einer festen Größe geworden. Seit 2012 stellen sich Unternehmen, Handwerker, Stiftungen und Vereine, die sich dem Thema Nachhaltigkeit verbunden fühlen, auf dem Zukunftsmarkt vor. Ein wichtiger Programmpunkt der Veranstaltung ist die Verleihung des Buscher-Media-Zukunftspreises. Die Auszeichnung erhalten Personen oder Organisationen, die durch ihre Projekte den Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft anstreben. In diesem Jahr geht der mit 1000 Euro dotierte Buscher-Media-Zukunftspreis an ein richtungsweisendes Projekt in Haiti. Das Hilfswerk nuestros pequeños hermanos (nph) hat 2013 sein Kinderkrankenhaus in Tabarre, einem Stadtteil von Port-au-Prince, mit Photovoltaik ausgestattet. Inzwischen wurden weitere Gebäude bestückt. Alle Anlagen sollen Anfang 2016 zu einem Solar Smart Grid zusammengeschlossen werden. Der Buscher-Media-Zukunftspreis wurde erstmals 2013 von dem Baden-Badener Medienwissenschaftler und Unternehmer Dr. phil. Marduk Buscher gestiftet. Die Laudation beim Zukunftsmarkt hielt Tobias Wald, Mitglied des Landtags Baden-Württemberg. "Nur jeder vierte Haushalt ist in Haiti an ein Stromnetz angebunden. Öffentliche Einrichtungen werden häufig über eigene Diesel-Generatoren betrieben. Besonders für Krankenhäuser ist dies enorm wichtig, da hier eine 24-Stunden-Versorgung notwendig ist. So eben auch in dem Kinderkrankenhaus St. Damien in Tabarre", sagte Tobias Wald in seiner Rede. Marduk Buscher begründete seine Wahl des diesjährigen Preisträgers: "Das Solarprojekt von nph haiti ist ein wunderbares Vorzeigeprojekt für Nachhaltigkeit. Es zeigt, dass die Länder des Südens von Sonnenenergie profitieren können und durch den Auf- und Ausbau dieser richtungsweisenden Technologie ein neuer Wirtschaftszweig entstehen kann. Denn nph bildet in seiner Berufsschule Solartechniker aus."

nph haiti baut ein Solar Smart Grid auf

Für Haiti ist der Bau eines Solar Smart Grids, eines intelligenten Stromnetzes ein Pilotprojekt. Mit der Paderborner Biohaus-Stiftung für Umwelt und Gerechtigkeit und den Freiburger Ingenieuren ohne Grenzen hatten nph deutschland und die Schwesterorganisationen nph haiti und die Fondation St. Luc von Anfang an engagierte und kompetente Partner im Boot. Der Aufbau der Photovoltaikanlage startete bereits 2013 in Tabarre: Die Experten bauten auf dem größten Stromverbraucher der Organisation, dem Kinderkrankenhaus eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 85 Kilowatt Peak auf. Im nächsten Schritt wurden weitere Gebäude mit Photovoltaik ausgestattet und sollen 2016 zu einem teilautarken Stromnetz, dem Solar Smart Grid, zusammengeschlossen werden. Die Gesamtleistung wird dann bei 650 kWp liegen. Dadurch lässt sich der Anteil von Solarstrom am Gesamtverbrauch der nph- und St. Luc-Einrichtungen auf über 50 Prozent erhöhen. Die Einsparung von rund 40 Prozent Diesel pro Jahr bewirkt, dass die Kohlenstoffdioxid-Emissionen und die Treibhausgase enorm reduziert werden. Eine Einbindung des Solar Smart Grid-Systems in das haitianische Stromnetz ist grundsätzlich jederzeit realisierbar.

Nachhaltigkeit setzt Wissenstransfer voraus

Die beste Technologie nutzt wenig, wenn es im Land keine Experten gibt, die Solaranlagen warten und reparieren können. Ein Schwerpunkt von nph liegt deshalb auf dem Thema Ausbildung. "An der Berufsschule von nph wurde der Bereich Elektrotechnik um den Ausbildungsberuf des Solartechnikers erweitert, ein für Haiti ganz neuer Berufszweig", erklärt Marduk Buscher. Hans-Joachim Olfs, ein deutscher Solarexperte, arbeitet derzeit als Entwicklungshelfer in Haiti und hat die Ausbildung der künftigen Solartechniker und die Weiterbildung der lokalen Berufsschullehrer übernommen. Nach drei Jahren soll diese Aufgabe in haitianische Hand übergehen. Olfs unterrichtet derzeit 30 Elektriker mit Schwerpunkt Solartechnik. Die theoretische Ausbildung wird dadurch erweitert, dass die Berufsschüler das Solar Smart Grid mitbetreuen. Ihre Ausbildung dauert zwei Jahre. Die ersten Schüler haben bereits ihre Ausbildung abgeschlossen und werden eine eigene Solarfirma gründen, unterstützt von nph haiti und den deutschen Solarexperten.

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