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Frankfurter Rundschau: Gaucks Grenzen

Frankfurt (ots) - Joachim Gauck war Gast des Davoser Weltwirtschaftsforums. Es hätte nahegelegen, vorher einen Blick auf die Homepage der Veranstalter zu werfen. Dort schreibt Klaus Schwab, der Gründer des Palavers in den Bergen: Die digitale Revolution biete zwar Chancen, könne aber auch "zu größerer Ungleichheit führen". Sie berge "das Potenzial, Arbeitsmärkte zu spalten". Gut Qualifizierte werden mehr profitieren als Geringqualifizierte, die reichen Länder stärker als die armen, ergänzt die Bank UBS. Hätte Gauck das zur Kenntnis genommen, wäre ihm vielleicht auch der Übergang zur Flüchtlingsfrage noch besser gelungen. Ja, Gauck sprach auch davon, den Menschen zu helfen, bevor sie sich nach Europa retten. Aber von den jetzt schon absehbaren Ungerechtigkeiten der nächsten industriellen Revolution, die wieder neue Fluchtursachen hervorbringen werden, sprach er nicht. Auch Flucht ist Vernetzung? Ja! Wer damit produktiv umgehen will, sollte zuerst die Grenzen der eigenen Wahrnehmung überwinden.

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