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Schwäbische Zeitung: Merkel redet, Putin spielt

Ravensburg (ots) - Wenn man Angela Merkel die Stimmung am Gesicht ablesen kann, dann war das kein gutes Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Dass der Russe zu spät aus Belgrad nach Mailand kam und die Bundeskanzlerin warten ließ - geschenkt. Wichtige Gesprächspartner lange warten zu lassen, haben vor Putin auch schon Silvio Berlusconi und Muammar al Ghadaffi als Machtmittel eingesetzt.

Gut ist, dass überhaupt geredet wird. Die Bundeskanzlerin scheint derzeit die einzige westliche Persönlichkeit von Rang zu sein, die den Mann im Kreml erreicht. Während US-Präsident Barack Obama genervt und herablassend gegenüber Russland auftritt, spricht Merkel mit Russlands Präsidenten Deutsch und Russisch, sie haben beide Erfahrungen in Ostdeutschland, das schafft Nähe. Auch wenn Merkel oft konsterniert scheint ob der Lügen Putins, lässt sie den Gesprächsfaden nicht abreißen. Dass mit Putin dabei nichts herauskommt, ist gefährlich.

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