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Schwäbische Zeitung: Arbeit ist nicht alles - Kommentar

Ravensburg (ots) - Der Metall- und Elektrobranche geht es gut. Das wissen die Unternehmer. Die Unternehmer wissen auch, woher ihr Wohlstand kommt. Sie verdanken ihn dem europäischen Binnenmarkt, dem Aufschwung in den Schwellenländern und nicht zuletzt den stabilen Rahmenbedingungen in Deutschland. Wenn sie diese Rahmenbedingungen kritisieren, dann ist das nicht nur Kritik auf hohem Niveau. Sie verlangen von Staat und Gesellschaft auch das, was sie oft genug den Gewerkschaften vorwerfen: Ein Rundum-Sorglos-Paket. Von der Wiege bis zur Bahre soll der Bürger vor allem Arbeitnehmer sein: billig, Vollzeit verfügbar und passgenau ausgebildet. Sie verkennen dabei, dass es nicht zuvorderst die Aufgabe der Schulen ist, Ganztagsbetreuung und Fachkräfteausbildung bereitzustellen, damit der Strom der Ingenieure nie versiegen möge. Die Schulen sollen mündige Bürger hervorbringen, die die Demokratie zum Überleben braucht. Auch das Ehrenamt ist nicht dazu da, Arbeitnehmer von der Arbeit abzulenken, oder dem Staat seine Aufgabenerfüllung zu erleichtern. Es ist ein Bedürfnis der Menschen, sozial zu sein. Soziale Marktwirtschaft bedeutet auch, diesen menschlichen Bedürfnissen Raum zu geben - und sei es durch die Möglichkeit zu fünf Tagen Bildungsfreistellung im Jahr.

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