Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (82) Nürnberger Kriminalpolizei nimmt fünfköpfige Schleuserbande fest

    Nürnberg (ots) - Seit September 2003 ermittelte das Fachkommissariat für ausländerrechtliche Delikte der Nürnberger Kriminalpolizei gegen eine moldawisch/tschechisch/deutsche Schleusergruppierung, die visumspflichtige ausländische Staatsbürger ohne entsprechende Aufenthaltserlaubnis über die bayerisch-tschechische Grenze ins Schengen-Gebiet eingeschleust hat. Am 20.01.2004 konnten der Kopf der Schleuserbande, ein 41-Jähriger, sowie vier Mittäter (30, 38, 39 und 57 Jahre) in ihren Wohnungen festgenommen und dem Ermittlungsrichter zur Eröffnung der auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth erlassenen Haftbefehle überstellt werden. Das Quintett steht im dringenden Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens illegaler Ausländer. Die Fünf stammen aus Kasachstan, Rumänien, Moldawien und Russland und haben zwischenzeitlich die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie konnten bei der zeitgleich durchgeführten Durchsuchungsaktion in ihren Wohnungen in Nürnberg (3) sowie in Schweinfurt (2) angetroffen werden.

    Auf die Spur des Quintetts war man gekommen, als im September 2003 in Norditalien eine illegal geschleuste Person von den italienischen Behörden aufgegriffen wurde. Im Zuge des kriminalpolizeilichen Erkenntnisaustausches sowie weiteren polizeitaktischen Maßnahmen stieß man schließlich auf den 41-jährigen Haupttäter, der die Schleusungen von einer Wohnung im Nürnberger Süden aus organisierte. Die vier anderen Tatverdächtigen fungierten als Fahrer. Sie hatten den Auftrag, illegale Ausländer mit Mietwagen oder Privat-Pkw aufzunehmen, die vorher illegal via Prag über die deutsch/tschechische Grenze gebracht worden waren. Dort übernahmen sie die Geschleusten und brachten sie zu ihren Zielen im Raum Frankfurt bzw. weiter in Richtung Italien. Pro Fahrt erhielten die Fahrer dafür nach Erkenntnissen der Polizei rund 200 Euro.

    Konkret konnten der Gruppe bislang fünf Schleusungen nachgewiesen werden. Zudem stehen sie im Verdacht, weitere 17 Schleusungsfahrten durchgeführt zu haben. Bei den Geschleusten handelte es sich überwiegend um chinesische und moldawische Staatsangehörige.

    Bei den Wohnungsdurchsuchungen am 20.01.2004 konnte umfangreiches Beweismaterial (Handys, schriftliche Aufzeichnungen) sichergestellt werden. Diese Unterlagen wertet die Kriminalpolizei zurzeit aus. Zusätzlich wurden die Führerscheine des Quintetts zur Vorbereitung der Entziehung einbehalten.

    Die fünf Tatverdächtigen gelten als Handlanger straff organisierter Schleuserbanden, die abgeschottet von den nun Festgenommenen im Ausland operieren.

    Ermöglicht wurde dieser Fahndungserfolg von Polizei und Staatsanwaltschaft, insbesondere auch durch die gute Zusammenarbeit mit den tschechischen und italienischen Polizeibehörden.

    Die Ermittlungen dauern an.

ots-Originaltext: Polizeipräsidium Mittelfranken

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