Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (615) Tresoraufbrecher festgenommen

POL-MFR: (615) Tresoraufbrecher festgenommen

      Erlangen (ots) - Anfang März konnte die Polizei einen
31-jährigen Arbeiter aus dem Erlanger Landkreis festnehmen, der
im Mittelfränkischen Raum eine Vielzahl von Tresor-, bzw.
Wohnungsaufbrüchen beging.
    Da der Mann seinen erheblichen Bargeldbedarf nicht mit
seinem täglichen Einkommen decken konnte, brach er im Februar
1999 in Dormitz und Heßdorf sowie am 01.03.1999 in eine Wohnung
in Tennenlohe ein.
    In allen drei Fällen nutzte er die Abwesenheit der Bewohner,
die sich auf Beerdigungsfeiern für nahe Verwandte befanden. Den
Zeitpunkt der Beisetzung entnahm er immer aus der täglichen
Presse.
    In Tennenlohe wurde er von einem vorzeitig heimkehrenden
Angehörigen überrascht. Mit diesem kam es daraufhin zu einer
tätlichen Auseinandersetzung, in deren Verlauf er flüchten
konnte. Während der Absuche mit Polizeikräften konnte sich der
Einbrecher in der Zisterne einer Kleingartensiedlung versteckt
halten. Auch ein Phantombild, das in allen Zeitungen sowie in
der Fernsehsendung «Fahndungsakte» veröffentlicht wurde, führte
nicht zur Festnahme. Wie sich später herausstellte, sah das Bild
dem jungen Mann sehr ähnlich.
    Erst im Januar 2001 erhielt der Sachbearbeiter der Erlanger
Kriminalpolizei ein positives DNA-Gutachten über eine Spur, die
der Täter bei einem der Wohnungseinbrüche zurückgelassen hatte.
Außerdem gingen zwei Hinweise ein, die die Person mit
Tresoraufbrüchen in Bubenreuth und Büchenbach in Verbindung
brachte. Dort wurde am 18.06.1999, am 22.04.2000 und am
28.09.2000 sowie am 13.01.2001 eingebrochen.
    Dabei gingen der Täter jedesmal auf die gleiche Art und
Weise vor. Sie stiegen über das Dach ein und machten sich mit
Schneidbrennern an den Tresoren zu schaffen.
    Ein Gutachter des Landeskriminalamtes bescheinigte dem
Straftäter bei einem Einbruch am 28.09.2000 in Erlangen
erstklassige handwerkliche Fähigkeiten. In diesem
Verbrauchermarkt wurde ein Tresor mit hoher Sicherheitsklasse
aufgeschweist.
    Was der Einbrecher nicht wusste war, dass er in diesem Fall
beim Verlassen des Objektes von Nachbarn beobachtet wurde.
    Nachdem seit 1999 in Mittelfranken eine Vielzahl von «heißer
Arbeit» an Tresoren festgestellt wurde, richtete man bei der
Erlanger Kriminalpolizei extra eine Arbeitsgruppe ein. Dabei
stellte sich heraus, dass der Einbrecher ein Doppelleben
zwischen Familie und Beruf führen muss.
    Außerdem suchte er ständig Spielhallen jeglicher Art auf. So
auch am 09. März diesen Jahres, wo er in einer Spielhalle in
Forchheim festgenommen wurde. Einen Tag davor hatte er noch in
Alfeld/Hersbruck einen Einbruch in einen Verbrauchermarkt
begangen. Die dort gemachte Beute hatte er an Spielautomaten
verloren. Nach seiner Festnahme wurde der Mann dem
Untersuchungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. In
seinen Vernehmungen gab er dann 13 Tresoraufbrüche und
Diebstähle aus Supermärkten, Baumärkten aus dem Bereich
Eckental, Forchheim und Wilhermsdorf/Lkrs. Fürth zu. Nach den
Tresoren wurde bereits mit Kräften der Bereitschaftspolizei im
Main-Donau Kanal und in der Regnitz gesucht. Diese Absuche
musste jedoch wegen Hochwasser abgebrochen werden.
    Weiterhin gestand der 31-Jährige ein, dass er aus einem
Neubau in Möhrendorf eine komplette Heizungsanlage gestohlen
hat. Um diese abtransportieren zu können, bat er um die Mithilfe
eines Bekannten. Dem erzählte er, dass die Heizung falsch
geliefert worden wäre. Der Wert der gestohlenen Ware belief sich
auf 20.000 DM. Die Heizanlage konnte zwischenzeitlich
sichergestellt und dem früheren Eigentümer zurückgegeben werden.
    Insgesamt erbeutete der Arbeiter zirka 170.000 DM in bar.
Dieser Geldbetrag sowie sein gesamtes privates Vermögen flossen
in Geldspielautomaten. Der Sachschaden, den der Mann bei seinen
nächtlichen «Besuchen» angerichtet hat, wird auf zirka 100.000
DM geschätzt.

ots-Originaltext: Pressestelle Polizeipräsidium Mittelfranken

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