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08.05.2003 – 10:45

BDU Bundesverband Deutscher Unternehmensberater

Reformstreit: Beraterverband fordert von der Politik eine schonungslose Generationenbilanz

    Berlin/Bonn (ots)

         Finanzielle Belastung künftiger Generationen offen legen -     Bereitschaft der Bevölkerung zu tiefgreifenden Reformen und     persönlichen Einschnitten fördern          Vor dem Hintergrund des Konfliktes über die Reformpläne der Bundesregierung fordert der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU e.V., Rémi Redley, die Einführung einer transparenten Generationenbilanz durch die Politik, in der die finanziellen Belastungen der einzelnen Generationen so genau wie möglich aufgeschlüsselt werden. Denn nur mit der schonungslosen Offenlegung der enormen zukünftigen Belastungen werde jetzt und in Zukunft die Bereitschaft in der Bevölkerung zu tiefgreifenden Reformen und damit verbundenen persönlichen Einschnitten wachsen. "Schon viel zu lange haben sich die Politiker aller Parteien davor gedrückt, die unangenehme und ungeschminkte Wahrheit zur finanziellen Situation des Staates deutlich zu sagen", bemängelt der BDU-Präsident. "Jahr um Jahr wurde verschenkt und nichts unternommen, was nachhaltig hilft, die Zukunft zu meistern. Jetzt haben wir den Sanierungsfall Deutschland und die Politik muss den Bürgern eröffnen, durch welche Maßnahmen die Sanierung erfolgen wird."          Eine derartige Generationenbilanz berechne die Auswirkungen der heutigen Sozialabgaben- und Steuerpolitik auf die Zukunft. Ziel sei, die derzeitigen Einzahlungsbelastungen der Steuer- und Abgabenpflichtigen mit den zu erwartenden Rückläufen im Alter, insbesondere in Bezug auf Rentenansprüche, auf die Zukunft hochzurechnen. "Mit dieser Bilanz wird vor allem den jüngeren Generationen klar, dass sie - bei Beibehaltung der jetzigen Steuer- und Sozialgesetzgebung - wesentlich mehr Steuern und Abgaben einzahlen werden, als sie an Rückflüssen erwarten dürfen", so der Verbandspräsident. So zeige etwa die Einbeziehung der demographischen Entwicklung in diese Bilanzierung anschaulich, dass die zunehmende Überalterung unserer Gesellschaft vor allem die Generation der nach 1950 Geborenen übermäßig belasten werde. Nicht umsonst hätten wissenschaftliche Musterberechnungen Ende der neunziger Jahre ergeben, dass ein 1996 geborener männlicher Deutscher eine durchschnittliche Netto-Belastung von etwa 200.000 Euro zu schultern habe, also während seines Lebens 200.000 Euro mehr in die öffentlichen Kassen einzahle, als er zurück erhalte. Kommende Jahrgänge würden sogar noch um bis zu 140 Prozent höher belastet.          Mit einer Veröffentlichungspflicht würden die Generationenbilanzen auch Gegenstand der tagespolitischen Diskussion. "Und da die Bilanz immer auf die derzeitige Sozial- und Fiskalpolitik abhebt, wird der Druck auf die Politik zunehmen, endlich umfassende Reformkonzepte vorzulegen, die eine signifikante Entlastung nachwachsender Generationen bewirken." Nur hierdurch werde aber die Akzeptanz in der Bevölkerung erzielt, vorübergehende, wenn auch tiefgehende Einschnitte bei den staatlichen Systemen hinzunehmen, um zukünftige Mehrbelastungen durch überhöhte Beiträge und steigende Steuern zu vermeiden, ist sich Redley sicher. Erfahrungen aus den Vereinigten Staaten - dort sei dieses Instrument bereits im Einsatz - stützen diese Einschätzung.

    
ots Originaltext: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater
BDU e.V.
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