DIE ZEIT

Palästinensischer Politikforscher: Mehrheit für Entmachtung Arafats

    Hamburg (ots) - Khalil Schikaki, Direktor des Palästinensischen
Zentrums für Politik- und Umfrageforschung, glaubt, dass die Mehrheit
der palästinensischen Bevölkerung einer weitgehenden Entmachung
Jassir Arafats zustimmen würde. Voraussetzung dafür sei allerdings,
dass die USA konkrete Vorschläge machten, wie sie sich einen
künftigen Palästinenserstaat vorstellen. "Die Amerikaner müssen ihr
Verwirrspiel beenden",  sagt der Soziologe der ZEIT.
      
    "Wenn die palästinensischen Institutionen reformiert werden,
könnte Arafat schon bei der Staatsgründung eine nur noch
repräsentative Rolle spielen", sagt Schikaki, der derzeit als
Gastwissenschaftler an der Brookings Institution in Washington
arbeitet.
    
    "Die westlichen Länder haben über all die Mängel der PLO und der
Staatwerdung hinweggesehen", sagt Schikaki. "Sie glaubten, man könne
sich um die Institutionen auch noch nach dem Friedensschluss kümmern.
Das war ein riesiger Fehler."
    
    Den Aufruf von US-Präsident Bush zum Sturz Arafats hält Schikaki
für hinderlich: "Wer sich  jetzt für den Sturz Arafats ausspricht,
stellt sich auf die Seite Israels und der Vereinigten Staaten. In
dieser Weise wird die Sache politisiert. Das schwächt die
Reformbewegung ganz enorm." Schikaki fordert in dem Gespräch mit der
ZEIT eine Amnestie für palästinensische Terroristen.
    
    
    Das komplette ZEIT-Interview (DIE ZEIT Nr. 28, EVT 04.07.2002)
    zu dieser Meldung stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
                                                                                              
                                                  
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