DIE ZEIT

Verleger Daniel Keel in der ZEIT: "Der neue Literatur-Baby-Boom ist eine Fiktion mit viel heißer Germanistenluft"

    Hamburg (ots) - Fritz J. Raddatz interviewt in der neuen Ausgabe
der Wochenzeitung DIE ZEIT den Verleger Daniel Keel, 70, der in
diesem Jahr das 30. Jubiläum der Diogenes-Taschenbücher feiert. Für
das Programm des Verlages ist er nach wie vor allein verantwortlich,
er kümmert sich um Autoren, um PR, um Werbung, um die Ausstattung der
Bücher, zum Beispiel die Umschläge. 51 Prozent des Verlages gehören
ihm, 49 Prozent seinem gleichaltrigen Partner Rudolf C. Bettschart.
    
    Daniel Keel, ein Mann präziser Vorlieben und von lesehungrigem
Fleiß, schätzt die Belletristik. "Ein Roman, der nicht a priori
unterhalten will, ist für mich kein guter Roman." - Er fördert aber
auch die Klassikern, insbesondere Balzac und Tschechow, die fast kein
Geld einbringen, sondern Geld kosten. Keel: "Wir legen sie immer
wieder neu auf, obwohl sie in den roten Zahlen stehen" - Der Verlag
leistet sich das.
    
    Skeptisch bleibt er bezüglich des Fanfarenrufs "Die junge deutsche
Literatur zählt": "Das ist eine Fiktion, dieser neue
Literatur-Baby-Boom, vielleicht sind darunter ein paar gute Autoren.
Vor allem aber gibt's da viel heiße Germanistenluft wie etwa in
Kagenfurt. Wenn dort jemand gut weggekommen ist, war es fast mit
Sicherheit jemand, den ich nicht mochte. Ich meine natürlich, dessen
Produkte ich nicht mochte."
    
    Daniel Keel ist ein Autoren-"Vater" alten Stils. Er will nicht
Bücher, sondern Autoren verlegen. Die Autoren gut zu betreuen, ist
sein zweites Hauptanliegen. Seine Frau und er sind gerne Gastgeber.
"Ich habe mir nie vorstellen können, dass man eine unangenehme Person
ins Programm nimmt, nur weil sie gut verkauft. Es gibt genug Leute,
mit denen man ungern einen Abend verbringt ... unsere Autoren kommen
immer wieder gern auf Besuch."
    
    Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 24/2001 mit
    Erstverkaufstag am Donnerstag, 07. Juni 2001, ist unter
    Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der Wortlaut
    des ZEIT-Textes kann angefordert werden.                                        
                                                                                
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