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20.02.2000 – 08:59

Playboy

BMW-Sportdirektor erwartet Formel-1-Übertragungen in drei bis fünf Jahren im Pay-TV
Spätestens in drei Jahren erster Grand-Prix-Sieg von Williams/BMW

    München (ots)

  BMW-Sportdirektor Gerhard Berger kann sich "sehr gut" vorstellen, dass die Formel-1-Rennen bald nur noch über Pay-TV zu sehen sind. Wenn die aktuelle Entwicklung "so weiter geht, ist das unumgänglich." In drei bis fünf Jahren könne es schon so weit sein. Wer Bernie Ecclestone kenne, wisse, "dass der nichts gegen zusätzliche Geldquellen hat". Es wäre schon logisch, "wenn so was passiert".

    Berger erwartet den ersten Grand-Prix-Sieg des BMW/Williams-Teams in spätestens drei Jahren. "Durch glückliche Umstände kann das auch eher der Fall sein", sagte der ehemalige Formel-1-Fahrer in einem am Freitag veröffentlichten Interview des Magazins "Playboy". Zu Äußerungen seines Fahrers Ralf Schumacher, der derzeitige Motor sei um 20 Kilo zu schwer, meinte Berger, das sei bis zum Saisonstart nicht zu ändern. Der neue Motor sei für den Einstieg konservativ ausgelegt worden. Das sei der richtige Weg. "Eine aggressive Vorgehensweise, um den Motor zu verbessern, würde die Harmonie in der Truppe schon am Anfang durcheinander wirbeln und die Situation beunruhigen." Gefragt, ob BMW mit dem Vorstoß zur Spitze so lange warten könne, erwiderte Berger: "Ich kann nur sagen, ich kenne das Geschäft. Es ist absolut realistisch gedacht."

    Der BMW-Sportchef erinnerte im "Playboy" in diesem Zusammenhang an den Start von British American Racing (BAR). "Was haben die letztes Jahr getönt, wir werden das erste Rennen gewinnen und so weiter. Die ganze Saison nur Sprüche." Es sei vielmehr eine traurige Vorstellung gewesen. "Dieses Jahr sehen die garantiert besser aus und halten obendrein noch die Schnauze." Als sein "Traumpaar" nannte Berger Ralf Schumacher und Jacques Villeneuve (BAR). Leider sei Villeneuve vertraglich an BAR gebunden. "Wenn man einen Vertrag hat, hält man ihn auch ein", betonte Berger. In der Beziehung dürfe man die Formel 1 nicht unterschätzen. Es werde sehr viel gepokert, sehr hart verhandelt und mit allen Tricks gearbeitet. "Aber wenn ein Vertrag steht, dann wird er gehalten, sonst kommt die Partei sehr schnell in einen schlechten Ruf. Das habe Auswirkungen in der Formel 1."

ots Originaltext: Playboy
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