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Schlaflos in Deutschland: forsa-Umfrage zeigt weit verbreiteten Schlafmangel
69 Prozent schlafen weniger als 7 Stunden pro Nacht
Hoyer: Stressbewältigung ist entscheidend für guten Schlaf

Berlin (ots)

Eine aktuelle, bevölkerungsrepräsentative forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes zeigt: Die Mehrheit der Menschen in Deutschland schläft zu wenig. Auf das von Schlafexperten aus gesundheitlichen Gründen empfohlene Optimum von sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht kommen nur rund 30 Prozent der Befragten. Die überwiegende Mehrheit von 69 Prozent schläft hingegen mit weniger als sieben Stunden pro Nacht zu kurz. Am wenigsten Schlaf bekommen dabei Menschen in der Altersgruppe von 45 bis 59 Jahren: Hier bleiben sogar 77 Prozent unter der empfohlenen Schlafdauer.

"Guter und ausreichender Schlaf ist das Fundament für die körperliche Gesundheit sowie das mentale Wohlbefinden und damit entscheidend für mehr gesunde Lebensjahre", sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jens Martin Hoyer. "Das ist allerdings oft leichter gesagt als getan, denn volle Terminkalender, private und berufliche Herausforderungen oder anhaltende Sorgen rauben vielen Menschen den Schlaf. Eine schlechte oder zu kurze Nacht hat jede und jeder einmal, das sollte aber kein Dauerzustand sein."

Tatsächlich werden Stress bzw. psychische Belastungen als Hauptursache für schlechten Schlaf von Befragten genannt. 63 Prozent gaben dies als Grund an, gefolgt von körperlichen Beschwerden (38 Prozent) sowie einer zu hohen oder zu niedrigen Raumtemperatur (36 Prozent). Auch Smartphone und Co spielen eine Rolle: So wird der Konsum digitaler Medien vor dem Schlafengehen bei rund einem Viertel als ein Grund für Schlafprobleme genannt (27 Prozent). Unter den 18- bis 29-Jährige machen sogar 45 Prozent diesen Faktor für schlechten Schlaf verantwortlich.

Mehr als die Hälfte der Deutschen berichten von Schlafproblemen

Insgesamt haben laut der forsa-Umfrage 58 Prozent der Deutschen mit Schlafproblemen zu tun. Gefragt wurde hier nach wiederholten oder anhaltenden Schwierigkeiten in den letzten drei Monaten. Frauen sind dabei mit 64 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 52 Prozent. Fast 17 Prozent der befragten Menschen mit Schlafproblemen gaben an, fast jede Nacht in Teilen wach zu liegen, 30 Prozent sind ein- oder mehrmals pro Woche betroffen. Gefragt nach der Art der Schlafprobleme gaben 78 Prozent, und damit die Mehrheit der Befragten, Probleme mit dem Durchschlafen an. 52 Prozent sagten, Probleme beim Einschlafen zu haben, 43 Prozent beklagten ein frühes Erwachen. Die Art der Schlafprobleme verändert sich dabei mit dem Alter: Während die jüngere Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren besonders schlecht einschläft (80 Prozent), haben insbesondere die 45- bis 59-Jährigen (86 Prozent) Probleme durchzuschlafen.

Hoyer: "Wer dauerhaft schlecht schläft, gefährdet seine körperliche und psychische Gesundheit. Wichtig ist es daher, die Ursachen für ihren schlechten Schlaf frühzeitig zu ergründen und Empfehlungen zur Schlafhygiene umzusetzen. Allerdings sind Schlafprobleme nicht grundsätzlich mit einer Schlafstörung gleichzusetzen. Wenn Schlafprobleme dauerhaft bestehen und schwerwiegend sind, sollten die Symptome professionell abgeklärt werden." Ärztliche oder psychologische Beratung bei Schlafproblemen haben insgesamt 28 Prozent der davon Betroffenen gesucht, Frauen mit 31 Prozent dabei häufiger als Männer (24 Prozent). Sieben Prozent der Menschen mit Schlafproblemen greifen aus diesem Grund zu verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Die häufigsten negativen Auswirkungen von Schlafproblemen sind laut forsa-Umfrage Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit (genannt von 65 Prozent). 40 Prozent fühlen sich in ihrem Alltag wenig belastbar und 39 Prozent gaben eine verminderte Leistungsfähigkeit bei der Arbeit oder im Studium an. Nur zwölf Prozent sagten, keine Auswirkungen ihrer bestehenden Schlafprobleme auf Alltag, Gesundheit und Wohlbefinden zu spüren.

Wissen über positive Einflussfaktoren

Insgesamt haben die Menschen in Deutschland ein gutes Wissen über Methoden für eine gute Schlafhygiene: So ist 94 Prozent bekannt, dass eine angenehme Raumtemperatur zwischen 16 und 18 Grad förderlich ist, ebenso wie eine ruhige Umgebung. 89 Prozent sind sich darüber bewusst, dass sich regelmäßige Schlafenszeiten sowie Bewegung im Alltag positiv auswirken. 63 Prozent gaben zudem an, zu wissen, dass eine bildschirmfreie Zeit vor dem Schlafengehen empfohlen wird. Sechs Prozent glauben allerdings fälschlicherweise, dass Alkoholkonsum vor dem Zubettgehen förderlich sei.

Da in vielen Fällen Stress die Ursache für schlechten Schlaf ist, hat die AOK ihr Online-Angebot "Stress im Griff" (www.stress-im-griff.de) um eine Schlafberatung erweitert. Zudem wurde ein neuer Zusatzkurs zum Thema "Schlaf" integriert. Mit dem kostenlosen Programm können Teilnehmende ihre persönlichen Stressauslöser erkennen und lernen, was sie dagegen tun können. Das kommt auch dem Schlaf zugute. Teilnehmende benötigen nur 15 Minuten pro Woche und bestimmen das Tempo selbst.

Hinweis für die Redaktionen:

Im Rahmen der neuen bundesweiten Dachkampagne "Nimm den Stress nicht mit ins Bett" thematisiert die AOK ab sofort den Zusammenhang von Alltagsstress und Schlafproblemen auf verschiedenen Kanälen. Weitere Infos dazu unter aok.de/schlafgut.

Bitte beachten Sie auch das Interview mit der Schlafforscherin Dr. Christina Blume sowie ein Factsheet mit den wichtigsten Ergebnissen, welches wir auf https://www.aok.de/pp/bv/pm/forsa-umfrage-zum-schlafmangel/ eingestellt haben und Sie kostenfrei nutzen können.

Ihr Ansprechpartner in der Pressestelle:

Dr. Kai Behrens
Telefon: 030 / 34646-2309
Mobil: 01520 / 1563042
E-Mail: presse@bv.aok.de

Original-Content von: AOK-Bundesverband, übermittelt durch news aktuell

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