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06.02.2001 – 11:00

PwC Deutschland

Wirtschaftswachstum in Europa lässt nach

Frankfurt am Main (ots)

Studie von PricewaterhouseCoopers: vor allem Deutschland und
Italien betroffen / Trendumkehr durch New Economy in Aussicht
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der wichtigsten europäischen
Wirtschaftsräume wird in den nächsten zwei Jahren weniger stark
wachsen als bisher. Der Anstieg des BIP in Europa wird im
Durchschnitt von 3,3 Prozent zum Ende des vergangenen Jahres auf etwa
2,75 Prozent in 2002 zurückgehen. Deutschland und Italien müssen
sogar mit noch stärkeren Einbußen rechnen. Zu diesem Ergebnis kommt
die aktuelle Studie European Economic Outlook, die von
PricewaterhouseCoopers jährlich durchgeführt wird.
Die Ursachen für diese Trendwende sind vielfältig. Neben dem sich
abschwächenden Weltwirtschaftswachstum macht Pricewaterhouse-Coopers
auch die gestiegenen Zinsen und Ölpreise für die Abkühlung in Europa
verantwortlich. Noch deutlicher fällt der Rückgang im Rahmen eines
pessimistischen Zukunftsszenarios der Studie aus. Bei einer harten
Landung der US-Wirtschaft würde sich das Weltwirtschaftswachstum auf
etwa 1,5 Prozent im Jahr 2002 reduzieren.
Wendepunkt im dritten Quartal 2000
Die ersten Anzeichen für den Abschwung innerhalb Europas zeigten
sich bereits im vergangenen Jahr. Nach einer starken Wachstumsphase
im ersten Halbjahr 2000 schwächte sich die Zunahme des
EU-Bruttoinlandsproduktes im dritten Quartal von 3,7 auf 3,3 Prozent
ab. Im europäischen Vergleich gehören Deutschland und Italien auch
hier zu den Ländern mit den stärksten Einbrüchen.
Parallel zu dieser Entwicklung hat laut Ifo-Index auch das
Vertrauen in die Konjunktur nachgelassen. Obwohl das
Investitionsvolumen auf einem konstant hohen Niveau bleibt, hat der
im Vergleich zur hohen Export-Quote noch stärkere Anstieg beim Import
zu einem Leistungsbilanzdefizit geführt. Zudem bewirkte der
kontinuierliche Nettokapitalfluss in den ersten drei Quartalen des
zurückliegenden Jahres eine Abschwächung des Euro gegenüber dem
Dollar. Zwar erholte sich die europäische Gemeinschaftswährung zum
Ende des Jahres, jedoch nicht aufgrund wachsenden Vertrauens in die
EU-Wirtschaft, sondern aus Skepsis gegenüber der US-amerikanischen
Wirtschaftslage.
Ein weiterer Indikator für die Abkühlung des europäischen
Wirtschaftsklimas ist ein Anstieg der Verbraucherpreise, der mit 2,9
Prozent im vergangenen September deutlich über dem von der
Europäischen Zentralbank (EZB) festgesetzten Limit von 2 Prozent lag.
Zugleich übertraf auch der Anstieg der kursierenden Geldmenge (M3)
den von der EZB veranschlagten Referenzwert von 4,5 Prozent.
Zinssenkungen und die New Economy fördern das Wachstum
In einem positiven Szenario der Studie European Economic Outlook
von PricewaterhouseCoopers kann ein Abschwung der US-Wirtschaft durch
rechtzeitige Zinssenkungen in einen neuerlichen Auftrieb verwandelt
werden, der sich positiv auf Europa auswirkt und dort zu einem
starken Anstieg des BIP um etwa 4 Prozent in 2002 führt.
Vor allem Deutschland und Italien käme dieses Szenario gelegen,
denn die Wirtschaftsleistung beider Länder liegt bislang immer noch
unter dem vorhandenen Potenzial. Allerdings sollten die Zinssätze
hier maximal 4 bis 4,5 Prozent betragen, um diese Wachstumschancen
voll auszuschöpfen.
Einige Analysten neigen zu der Auffassung, dass der lang
anhaltende Boom der US-Wirtschaft im Zusammenhang mit der Entwicklung
der New Economy steht. Sie sehen den Anstieg der Produktivität in den
Informations- und Kommunikationstechnologien (IUK) begründet und
führen den Rückgang der Arbeitslosigkeit auf fundamentale
Veränderungen des Arbeitsmarktes zurück. Vergleichbare Tendenzen gibt
es auch in Europa. Allerdings zeigt eine Analyse der vorhandenen
Daten, dass die Entwicklung der New Economy in Europa weit hinter dem
Stand in den USA zurückliegt. Zudem ist keineswegs sicher, dass
IUK-Technologien überhaupt eine makroökonomische Auswirkung haben.
Selbst Forscher in den USA finden bis heute keinen Beweis dafür, das
IUK-Technologien auch in anderen Branchen und Märkten einen
entscheidenden Einfluss auf die Produktivität haben.
Trotz dieser Unsicherheiten gibt es europaweit starke Zuwächse bei
den Investitionen für IUK. In einem weitgehend spekulativen
Nebenszenario der Studie, das mögliche Auswirkungen der New Economy
auf die Gesamtwirtschaft berücksichtigt, könnte sich das Wachstum der
EU-Mitgliedstaaten bis 2005 jährlich um einen zusätzlichen
Prozentpunkt auf 3 bis 3,5 Prozent erhöhen.
Auf lange Sicht wird jedoch die außergewöhnliche Leistung der
US-Wirtschaft abnehmen. In diesem Fall muss die europäische
Wirtschaft eine stärkere Rolle übernehmen, um das Wachstum der
Weltwirtschaft aus eigener Kraft sichern zu können, so das Fazit der
Studie.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Nicole Susann Roschker
PwC Deutsche Revision / PricewaterhouseCoopers
Marketing & Kommunikation/Presse
Tel: 069/9585-1669
Fax: 069/9585-3331
nicole.susann.roschker@de.pwcglobal.com
Für den Herausgeber:
Die Gruppe PwC Deutsche Revision/PricewaterhouseCoopers ist in
Deutschland mit einem Umsatz von rund 2,4 Milliarden Mark eines der
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Standorten in Deutschland für nationale und internationale Mandanten
jeder Größe. Die breite Palette der Dienstleistungen umfasst die
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