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Interview mit Annemarie Wendl zu ihrem Serientod in der "Lindenstraße" Endgültiger Abschied von der grantelnden Hausmeisterin

    Köln, 11.04.2006 (ots) - "Es war wunderschön, aber meine Gesundheit spielt nicht mehr mit" Am 28. Mai 2006 geht die letzte Folge mit Else Kling über den Bildschirm

    Sie ist seit Folge 1 dabei und gehört damit zum Urgestein der "Lindenstraße": Annemarie Wendl (91) spielt seit fast 21 Jahren die Else Kling in Deutschlands erster Dauerserie. Nach genau 712 Episoden hat sie in Folge 1069 (Sendung am Sonntag, 28. Mai 2006 um 18.50 Uhr im Ersten) ihren letzten Auftritt. Else Kling, so will es das Drehbuch, stirbt. Im Gespräch äußert sich Annemarie Wendl über ihre Arbeit in der "Lindenstraße", über ihren Abschied als Else Kling und die Zeit nach dem Serientod der Kultfigur.

    Warum hören Sie auf, die Rolle der Else Kling zu spielen? Wendl: Mir fiel die Entscheidung furchtbar schwer. Aber meine gesundheitlichen Probleme und mein Alter zwingen mich dazu. Ich kann einfach nicht mehr. Ich habe Probleme mit dem Laufen, habe unglaublich viel abgenommen und bin dadurch nicht in der Lage, um regelmäßig zwischen meinem Wohnort München und dem Drehort Köln zu pendeln.

    Wann haben Sie beschlossen, die Rolle der Else Kling aufzugeben? Wendl: Das war im Jahr 2004. Da ging es mir gesundheitlich ganz schlecht - erst ein Schlaganfall, dann mehrere Lungenentzündungen, dazu noch ein angeknackster Halswirbel - es ist fast ein Wunder, dass ich überhaupt wieder auf die Beine gekommen bin. Als es mir dann wieder etwas besser ging, habe ich meinen Produzenten Hans W. Geißendörfer angerufen und ihm gesagt: "Hans, ich kann nicht mehr lange die Else spielen, mir fehlt auf Dauer die Kraft. Die Autoren müssen sich etwas überlegen."

    Und wie hat er reagiert? Wendl: Geißendörfer war entsetzt. Schließlich bin ich früher auch nach gesundheitlichen Rückschlägen immer wieder zurück gekommen und habe weiter gearbeitet. Und er weiß natürlich auch, welchen Kultstatus die Else in der ,Lindenstraße' genießt. Wie werden Sie aus der Serie ausscheiden - woran stirbt Else Kling? Wendl: Klar ist, dass Else Kling sterben wird. Das wollte ich so, weil die Figur nicht irgendwo in der Serie weiterleben soll. Den Serientod habe ich mit Hans W. Geißendörfer durchgesprochen, und gemeinsam haben wir dann das Ende konzipiert. Es wird ein würdiger und ergreifender Abschied - so viel ist sicher. Wie Else Kling letztendlich stirbt, bleibt aber das süße Geheimnis von Herrn Geißendörfer und mir!

    Was hat Ihnen die Rolle der Else Kling bedeutet? Wendl: Die Else war für mich eine der wichtigsten Rollen meines Lebens. Über so viele Jahre ein Biest zu spielen und dennoch beim Publikum anzukommen, war eine große Herausforderung für mich. Und dann die vielen Fans, die mir immer wieder geschrieben und gesagt haben, wie toll sie die Else finden - das ist etwas ganz Einmaliges. Die Else ist sicher kein Teil von mir, dazu sind wir zu verschieden. Sie hat mir aber zu einer Popularität verholfen, wie ich sie mir in den kühnsten Träumen nicht erhofft habe. Und das in einem Alter, in dem die meisten schon im Ruhestand sind.

    Sie haben schon Anfang 2005 verkündet, dass Sie im Lauf des Jahres 2006 ausscheiden werden. Wie haben die Zuschauer reagiert? Wendl: Für die meisten war es ein Schock. Viele haben versucht, mich umzustimmen und so oder so weiterzumachen. Aber das geht ja gesundheitlich nicht mehr. Bei der großen "Lindenstraße"-Party im Dezember 2005 habe ich mich dann offiziell verabschiedet, und es war wunderschön, noch einmal so viel Zuspruch und Lob und Anerkennung zu bekommen.

    Was kommt nach der "Lindenstraße"? Wendl: Das hängt von meiner Gesundheit ab. Auf jeden Fall werde ich Sonntag für Sonntag die "Lindenstraße" weiterschauen. Ich muss doch wissen, was mit den Leuten passiert!

Pressekontakt: Wolfram Lotze, Pressebüro Lindenstraße
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Barbara Feiereis, WDR-Pressestelle, Tel. 0221-220.2705

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