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30.08.2004 – 11:35

WDR Westdeutscher Rundfunk

WDR Fernsehen, Mittwoch, 1. September 2004, 21.15 bis 21.45 Uhr
In drei Sekunden zu Schutt und Asche
Ein Film von Nina Nikitin und Klaus Frings
(Erstsendung 18.06.2004 ARD)

    Köln (ots)

Die Sprengung eines Hochhauses mitten in der
Innenstadt - ein waghalsiges Unterfangen. Hundert Meter hoch ist das
Verwaltungsgebäude der Sparkasse in Hagen. Nun soll der "Lange Oskar"
in der dichtbebauten City nach allen Regeln der Sprengkunst
zusammengefaltet werden. Das ist vorher noch nirgendwo in Europa
versucht worden.
    
    Je näher der Tag der Sprengung rückt, desto größer ist die
Spannung bei Sprengmeister Gerd Vogel. Er hat die komplizierte
Zündelektronik ausgetüftelt, die das Hochhaus mit zeitversetzten
Teilsprengungen wie eine Ziehharmonika in sich zusammenstürzen lassen
soll. Nur so werden die 26.000 Tonnen Stahlbeton in das vorgesehene
Fallbett passen. Kann das wirklich gut gehen? Wenn nicht, braucht
Hagen nicht nur eine neue Sparkasse, sondern auch eine neue
Innenstadt.
    
    Die Sprengung ist das größte Open-Air-Event, das die Stadt je
erlebt hat. 1.200 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und THW werden
koordiniert. Die Abriegelung der Innenstadt, die Evakuierung der
Anwohner aus der Gefahrenzone - all das muss erledigt sein, wenn das
Hochhaus am Sonntag pünktlich um 10:00 Uhr zu Fall gebracht werden
soll. Die Anwohner sind besorgt. Sie fürchten um ihre Wohnungen nebst
Mobiliar, wenn der Betonriese fällt und die Umgebung erschüttert.
    
    Und dann der Countdown: Die City ist abgeriegelt, die 50.000
Spreng-Touristen platziert, die Wasserfontäne in Gang gesetzt, der
Zünd-Computer hochgefahren und die Warnfanfare erklungen...
Totenstille. Der Albtraum des Sprengmeisters wird wahr: Es hat nicht
gezündet. Hektisch wird der Fehler gesucht - und am Ende dann
behoben, wie die Reporter Nina Nikitin und Klaus Frings mit Spannung
und Vergnügen beobachten, bis es kracht.
    
    
    Redaktion: Adrian Lehnigk und Ulrike Schweitzer
    
    
ots Originaltext: WDR
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