WDR Westdeutscher Rundfunk

WDR Fernsehen, Sonntag, 18. November 2001, 16.30 - 17.00 Uhr

    Köln (ots) -          Mein Tod     Prominente brechen ein Tabu          Ein Film von Werner Filmer und Ernst-Michael Wingens          Noch immer gehört der Tod zu den Tabus unserer Gesellschaft. Erfolg, Gesundheit und Leistungsfähigkeit gehören zu den gesellschaftlichen Leitbildern. Für Tod und Sterben scheint kaum Platz zu sein. Es sei denn bei Katastrophen.

    In dieser eindringlichen, aber leisen Fernsehdokumentation sprechen prominente Politiker über den Tod in ihrem Leben, über das, was den endgültigen Abschied vom Leben so schwer macht. Über Vergänglichkeit und die Erfahrung eigener Begrenztheit. Über Unsicherheit und die veränderte Wahrnehmung von Schicksalsschlägen. Dem Autor Werner Filmer ist es gelungen, bekannte Politiker zu bewegen, über das unausweichliche Ende des Lebens zu sprechen, über ihre Auseinandersetzung mit dem Tod. Er möchte mit dieser Fernsehdokumentation anderen Menschen Mut machen, den Tod nicht zu verdrängen.          Über die Protagonisten des Films:          Regine Hildebrandt, die ehemalige Gesundheits- und Sozialministerin des Landes Brandenburg, hat seit einigen Jahren Brustkrebs. Mit ihr sprach der Autor darüber, wie sie sterben, vor allem aber leben möchte: "Ich halte es für richtig, sehr aktiv zu sein", meint Regine Hildebrandt. Ihre letzte Phase - egal wie lange sie dauert - möchte sie "voller Power leben und voller Beanspruchung".          Hildegard Hamm-Brücher, ehemalige Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, die streitbare Liberale und überzeugte Christin, antwortete auf die Frage, wie sie sterben möchte: "Wie Gott es will, ich habe keine Wünsche! Über den Tod zu reden, heißt das Leben zu bedenken." Offen gesteht die 78-jährige Politikerin, es sei für sie interessant in der Familie zu erleben, "je älter wir werden, umso schwieriger wird es, über das Sterben zu sprechen".          Seit 1999 ist Dagmar Schipanski, die Thüringer Wissenschaftsministerin und Ex-Bundespräsidenten-Kandidatin, auch Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. Diese Aufgabe veränderte ihre Wahrnehmung von Tod und Sterben.          Rudolf Dreßler, deutscher Botschafter in Israel, hatte 1997 einen Autounfall, an dessen Folgen er noch leidet. Vier Wochen lag er im Koma. "So lange es wehtut, ist noch Leben drin", sagt er. Er spricht über das, was ihn die Nähe zum Tod gelehrt hat, was er heute anders sieht und erlebt, seit er dem "Tod von der Schippe gesprungen ist".          Hans-Dietrich Genscher, langjähriger deutscher Außenminister, erlebte einige Male Todesnähe. Er wurde in seiner Jugend durch eine schwere Krankheit mit dem Tod konfrontiert; außerdem musste er den frühen Tod seiner Tochter akzeptieren und verarbeiten lernen. Auch er spricht über das, was viele Menschen immer noch als Tabu empfinden - über Tod und Sterben.          Über den Autor:

    Werner Filmer, Ex-Kulturchef des WDR Fernsehens, hat sich in
Büchern und Dokumentationen wiederholt mit dem Thema Tod
auseinandergesetzt. Zu den bekanntesten Filmen gehören: "Abschied vom
Leben", "Wenn Eltern weinen", "Suizid im Alter".
    
    Wiederholung, Freitag, 23.11.2001, 11.30 Uhr - 12.00 Uhr
    
    Redaktion Maria Dickmeis
    
    Fotos unter www.ard-foto.de
    
ots Originaltext: WDR
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